Salzburg/Wien - Der VW-Importeur Porsche Austria hat den alternativen österreichischen Verkehrsclub VCÖ wegen Geschäftsschädigung verklagt. Laut einem Bericht in der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ sieht sich Porsche Austria, das auch die gesamte Modellpalette von Volkswagen (VW) nach Österreich einführt, vom VCÖ zu Unrecht wegen CO2-Ausstoß kritisiert. Der Anwalt von Porsche Austria behalte sich Schadensersatzforderungen vor.
Laut „Presse“ hatte der gemeinnützige Verein VCÖ in einer Medienaussendung eine von der EU-Kommission mitfinanzierte Studie zitiert, laut welcher der weltweit zweitgrößte Fahrzeughersteller Autos mit vergleichsweise hohem CO2-Ausstoß produziert. Auch die Basisdaten dazu habe die EU geliefert. Demnach liege der durchschnittliche Treibhausgas-Ausstoß aller zur Gruppe gehörenden Marken innerhalb der Union bei 153 Gramm Kohlendioxid (g/CO2) pro Kilometer. Das ergibt Rang 12 von 14.
Porsche Austria argumentiert gemäss „Presse“, die Darstellung des VCÖ gegenüber Medien sei „unrichtig, irreführend und unvollständig“. Insbesondere stößt sich der VW-Importeuer daran, dass der VCÖ die europäischen Daten auf Österreich anwende. Hierzulande sei jedoch der sogenannte Flottenverbrauch deutlich geringer als in anderen Ländern. Der VCÖ bestreitet der Presse zufolge, die Daten der EU-Studie auf Österreich angewandt zu haben, reichte jedoch im Gerichtsakt die Zahlen nach: Mit 148,2 g CO2 gehöre die Konzernmarke VW auch in Österreich zu den schlechtesten auf dem Markt.
Der VCÖ reagierte mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, ihn im Konflikt mit Porsche Austria zu unterstützen. Ein Milliardenkonzern wolle eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation einschüchtern. Der VCÖ brauche dringend Rückenstärkung und bitte um Beteiligung an einem Aufruf, mit dem Volkswagen/Porsche zur Rücknahme der Klage veranlasst werden soll. (ug)