Lokal, zentral - nicht egal

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Geschrieben von: Redaktion 25.03.11
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Bonn - Die europäische Solarstromvereinigung Eurosolar sieht in den deutschen Regierungsplänen zum Ausbau des Stromnetzes die Gefahr der Zementierung von Grossstrukturen. In einer Medienmitteilung fordert Eurosolar dagegen ein Gesamtkonzept, das beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland deren Möglichkeiten zur Zusammenführung von Produktionsstandort und Verbrauch berücksichtigt.

 

"Regenerative Energien sind prädestiniert für die dezentrale Erzeugung mit vielen Akteuren, verbrauchsnah und kostengünstig", heisst es in der Eurosolar-Mitteilung. Produktion und Verbrauch liessen sich im Gegensatz zur fossil-atomaren Erzeugung räumlich zusammenführen. Dies gelte ganz besonders für die Photovoltaik, die im regenerativen Energiemix der Zukunft eine grosse Rolle spielen werde. "So lassen sich Monopolstrukturen auflösen, statt sie in das regenerative Zeitalter, das längst angebrochen ist, künstlich hinüber zu retten", wird Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel zitiert, die eine ausführliche Stellungnahme zum Thema veröffentlicht hat.

Die erforderlich Gesamtstrategie für den Ausbau der erneuerbaren Energien muss nach Auffassung von EUROSOLAR folgende Kernpunkte enthalten:

  • Ausbau der Windenergie im Süden Deutschlands. Auch hier finden sich viele geeignete Standorte. Dafür ist ein Vorrang für Erneuerbare Energien in der Raumordnung nötig, der in Konkurrenz zu einem Netzausbaubeschleunigungsgesetz stehen würde;
  • Flexibilisierung der Stromerzeugung, um den Konflikt zwischen fluktuierenden Erneuerbaren Energien und fossil-atomarer Grundlasterzeugung aufzulösen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung zu forcieren;
  • Ein Konzept für die Einspeisung von synthetischem Erdgas aus Wind- und Sonnenstrom in das bestehende Erdgasnetz als Ergänzung zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung;
  • Aufnahme von virtuellen Kraftwerken, die vernetzte regenerative Erzeugung, Energiespeicher und Lastmanagement beinhalten, in das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Einrichtung eines öffentlichen Förderprogramms zur Realisierung solcher Projekte. So entsteht ein Massenmarkt für neue Informations- und Speichertechnologien und Gesamtlösungen, der darüber hinaus neue Export-Chancen für die deutsche Industrie eröffnet;
  • Den beschleunigten Ausbau von intelligenten Netzen (Smart Grids), z. B. zur Einbindung von elektrischen Fahrzeugen in das Stromnetz (Vehicle to Grid);
  • Bessere Ausnutzung bestehender Trassen. So kann über die Temperaturüberwachung von Freileitungen die potenzielle Windenergieeinspeisung deutlich erhöht werden;
  • Modernisierung bestehender Trassen, um deren Kapazität zu erhöhen.

(ug)

 

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