Sanierung der Sanierungen

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Geschrieben von: Redaktion 25.03.11
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Bern – Um die CO2-Wirkung des Gebäudeprogramms zu optimieren, haben Bund und Kantone beschlossen, zum 1. April leichte Programmanpassungen vorzunehmen. Wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilt, fördert seit über einem Jahr das Gebäudeprogramm überaus erfolgreich energieeffiziente Sanierungen und erneuerbare Energien. Die bis Ende 2010 eingegangenen Gesuche übertreffen den jährlichen Sollwert bei Weitem, schreibt BAFU in einer Presseaussendung.

Die sanften Anpassungen würden vorgenommen, um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden. Im Jahr 2010 seien im Rahmen des Gebäudeprogramms fast 30.000 Gesuche zur Sanierung der Gebäudehülle mit einer Fördersumme von insgesamt 244 Millionen Franken eingegangen. Dies sei weit mehr als prognostiziert. Gestützt auf Erfahrungen mit früheren Förderprogrammen hätten Bund und Kantone mit 12.000 bis 16.000 Gesuchen pro Jahr gerechnet.

Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres sei keine abnehmende Tendenz beim Gesuchseingang zu beobachten gewesen. Hausbesitzer zeigten ungebrochen grosses Interesse, ihre Liegenschaften energetisch zu sanieren. Denn langfristig profitierten sie von tieferen Energiekosten und leisteten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Der Erfolg des Programms habe aber eine Kehrseite. Die jährlich zur Verfügung stehenden Fördermittel von rund 133 Millionen Franken (zur Sanierung der Gebäudehülle) werden im ersten Programmjahr deutlich überbeansprucht, schreibt BAFU, so dass die Fördermittel für das Jahr 2011 bereits zu Jahresbeginn verpflichtet waren. Die Minimalfördersumme pro Gesuch werde zum 1. April von 1.000 auf 3.000 Franken erhöht, der Förderbeitrag für den Fensterersatz von 70 auf 40 Franken gesenkt.

Die Erhöhung der Minimalfördersumme erhöhe die Effizienz des Programms: Die Anzahl der Kleingesuche werde reduziert, und somit auch die Bearbeitungskosten pro gefördertem Quadratmeter. Durch die gesamthaft tieferen Bearbeitungskosten stünden nun mehr Mittel für Sanierungsprojekte zur Verfügung.

Die Senkung des Förderbeitrags für den Fensterersatz widerspiegele die rasante technische Entwicklung. Dreifachverglaste Fenster würden immer mehr zum Standard, die Preisdifferenz zu den zweifach verglasten Fenstern werde kleiner. Der bisherige Beitrag von 70 Franken pro Quadratmeter könne fallweise gar die Preisdifferenz zwischen zwei- und dreifach verglasten Fenstern übertreffen. Ein Förderbeitrag von mehr als 40 Franken pro Quadratmeter Fensterersatz sei deshalb nicht mehr gerechtfertigt. Durch den tieferen Fördersatz könne mit weniger Mitteln gleich viel CO2 eingespart werden.

Die Programmanpassungen gehen teilweise zu Lasten der Breitenwirkung des Programms, heist es. Die Bedürfnisse "kleiner" Gesuchsteller stünden jedoch im Konflikt mit einer zentralen Zielsetzung des Gebäudeprogramms: dem effizienten Einsatz der Fördergelder zur Senkung der CO2-Emissionen. Bund und Kantone hätten diese widersprüchlichen Zielsetzungen sorgfältig gegeneinander abgewogen und sich für eine sanfte Anpassung mit möglichst grosser Wirkung entschieden. Der Charakter des Gebäudeprogramms werde dabei gewahrt.

Entwickelt wurde das Gebäudeprogramm von den Kantonen, vertreten durch die Konferenz kantonaler Energiedirektoren (EnDK), gemeinsam mit dem Bundesamt für Energie (BFE) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), heisst es in der Presseaussendung. Die Hauptverantwortung für die Realisierung des Programms liege bei den Kantonen. (eg)


 

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