Berlin – Recherchen von foodwatch haben ergeben, dass das probiotische Joghurt Activia kein Wundermittel ist, sondern nur auf "aufgeblasenen Effekten" und keinesfalls auf seriösen wissenschaftlichen Ergebnissen aufgebaute Werbestrategie ist. Auf einer extra dafür geschalteten Internetseite hat foodwatch die Recherche zu Activia veröffentlicht. Dort können sich Verbraucher mit einer E-Mail-Aktion direkt bei Hersteller Danone beschweren, teilt foofdwatch in einer Presseaussendung mit. Danone's Werbemasche basiere auf Formulierungskniffen und minimalen, aber umso stärker aufgeblasenen Effekten. Auf seiner US-amerikanischen Internetseite gebe der Konzern selbst zu, dass Activia Verstopfung und andere Verdauungskrankheiten weder behandeln noch vor ihnen schützen könne. In einer Danone-Studie habe sogar ein Placebo (ein Joghurt ohne lebende Bakterien) besser abgeschnitten als Activia. "Die objektiv messbaren Effekte von Activia sind minimal", wird Anne Markwardt von foodwatch zitiert. "Danone aber bläht diese mehr als dürftigen Studienergebnisse zu einer unverfrorenen Werbekampagne auf, um den Verbrauchern einen schnöden Joghurt zum dreifachen Preis zu verkaufen." Der Konzern setze in der Werbung auf Gefühle statt Fakten. In der jüngsten Kampagne lässt Danone (angeblich authentische) Verbraucher sagen, dass Activia sie glücklich, schlank und gesund gemacht habe, heisst es. Aussagen, die die Werbebotschaften des Herstellers sogar noch überböten. "Die Werbestrategie ist so raffiniert, dass Activia sehr nahe an die perfekte Werbelüge heran kommt - und doch bleibt es eine Werbelüge. Ein Joghurt ist ein Joghurt ist ein Joghurt - und kein Wunderprodukt", meint laut der Pressemitteilung Anne Markwardt. Angesichts eines Zuckeranteils von bis zu 13,4 Prozent (und damit mehr als Cola) könnten Activia-Produkte der Gesundheit sogar abträglich sein. Das grosse Activia-Märchen fasst Anne Markwardt in der Pressemeldung so zusammen: "Es war einmal ein armer Konzern, der mit gewöhnlichen Joghurts einfach kein Geld mehr verdienen konnte. Also liess er sich seine eigene Bakterienkultur patentieren, spürte mithilfe vieler Forscher und noch mehr Aufwand ein paar minimale Effekte auf, nannte diese einzigartig, weil niemand anderes diese 'ActiRegularis'-Bakterien vermarkten durfte, und blies das Ganze zu einer riesigen Werbekampagne auf. Und so lange sich die Bakterien noch drehen, rollt bei Danone der Rubel noch heute." (eg)
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