Basel - Recherchen von Organisationen, die gegen den illegalen Handel mit Wildtierprodukten kämpfen, haben ergeben, dass beim Handel mit Reptilienhäuten ein Schmuggelproblem besteht. Zudem hat die Nichtregierungsorganisation Traffic herausgefunden, dass die Handelsbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) umgangen werden. Das schreibt der Schweizer Tierschutz (STS) in einer Pressemeldung. Für exklusive Uhrenarmbänder würden Häute von bedrohten Wildtieren sowie aus tierquälerischer Produktion verwendet. Vom Kauf von Wildtierleder aus Python, Waran, Rochen und Hai müsse daher dringend abgeraten werden. 95 Prozent der in der Uhrenindustrie verwendeten "Exotenleder" stammten von wissenschaftlich geführten amerikanischen Alligatorfarmen, die restlichen fünf Prozent aber von teilweise bedrohten Wildtieren hauptsächlich aus Südostasien. Dort gebe es keine Tierschutzgesetze und die lebenden "Rohstoff-Lieferanten" seien grausamster Behandlung unterworfen. So würden Warane bei lebendigem Leib gehäutet oder lebende Schlangen mit Wasser gefüllt, damit die Haut besser abgezogen werden könne. Ein weiteres Problem stellt laut STS die Verwendung von Rochen- und Haileder (Galuchat) dar. Die Bestände dieser Tiere seien weltweit durch gezielte Verfolgung sowie den Beifang stark dezimiert. Der häufig benutzte Federschwanzrochen (Pastinachus sephen) sei vom Aussterben bedroht und manche Haibestände um bis zu 90 Prozent dezimiert worden. Rochen- und Haiarten seien kurz- oder mittelfristig vom Aussterben bedroht, wobei Rochen wie Haie sich durch langsames Wachstum, eine sehr späte Geschlechtsreife und sehr wenige Nachkommen nach einer langen Tragzeit auszeichneten. Aufgrund eines solchen Lebenszyklus reagieren sie laut STS sehr empfindlich auf Befischung und erholen sich nur sehr langsam oder gar nicht. Sie könnten für die Lederproduktion nicht gezüchtet werden. Dennoch werde der Handel mit Produkten von Rochen und Haien derzeit nicht vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen geregelt, so dass der Handel mit Lederprodukten dieser extrem bedrohten Tierarten unkontrolliert möglich sei. Der Schweizer Tierschutz STS und die Meeresbiologin Monica Biondo, welche die Kampagne "Non au Galuchat" lanciert hat, führen eigenen Angaben zufolge während der Baselworld 2011 eine Informationskampagne mit Flyern durch. Sie wollen sowohl Hersteller wie auch potentielle Käufer von Reptilien-, Rochen- und Hailederprodukten für die Problematik sensibilisieren, heisst es. Damit für menschliche Eitelkeit keine Tiere leiden oder gar sterben müssen, sollte beim Kauf von Uhren und Modeartikeln (Schuhen, Taschen usw.) auf Schlangen-, Waran-, Rochen- und Haileder verzichtet werden, verlangt STS. (eg)
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