Bern - Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fordert, dass in der Schweiz ein wirksamerer Anlegerschutz eingeführt wird und hat dafür eine Unterschriftensammlung lanciert. Noch bis zum 24. April können alle Bürgerinnen und Bürger die Stellungnahme der SKS zum FINMA-Bericht online unterstützen, heisst es in einer SKS-Medienmitteilung. Verwandte Themen| { Banker müssen nur verkaufen, 01.02.11 } | | { Die nächste Krise kommt unerwartet, 27.01.11 } | | { Neue Schweizer Privatbank, 24.01.11 } | | { Liechtenstein macht sich fit, 22.12.10 } | | { Noch nichts für Kleinsparer, 23.11.10 } | | { Geld und Moral: schwierige Freunde, 17.11.10 } | | { Die Banken sind schuld, 29.09.10 } | | { Liechtenstein setzt auf Werte, 20.09.10 } | | { Ein Banker, der nicht spekuliert, 25.08.10 } | | { Junger Markt mit grossem Potential , 07.05.10 } | | { Die Krake von der Wall Street, 26.04.10 } |
Zuvor hatte die SKS eigenen Angaben zufolge den Vertriebsbericht 2010 der Schweizer Finanzaufsichtsbehörde FINMA analysiert: Dabei waren die Verbraucherschützer zu dem Schluss gekommen, dass die von der FINMA befürworteten Massnahmen nicht genügen, um die Anleger in der Schweiz wirkungsvoll zu schützen. Die SKS fordert deshalb in ihrer Stellungnahme zum FINMA-Diskussionspapier unter anderem: - Die FINMA soll nicht nur wie bisher einen Teil der Finanzdienstleister, sondern alle Anbieter überwachen.
- Vor dem Kauf eines Anlageprodukts müssen die Bankkunden umfassend und in verständlicher Sprache auf die Risiken aufmerksam gemacht werden.
- Wer ein Finanzprodukt erwirbt, muss vor Vertragsabschluss auf alle anfallenden Kosten wie Spesen, Gebühren, Provisionen und so weiterhingewiesen werden.
- Wenn eine Bank Bezeichnungen wie "100prozentig kapitalgeschützt" verwendet, soll sie dafür auch haften müssen. Ausserdem sollen Allgemeine Geschäftsbedingungen, die einen weitgehenden Haftungsausschluss der Finanzdienstleister vorsehen, verboten werden.
- Vor Gericht soll nicht der Bankkunde die Schuld der Bank nachweisen müssen, sondern die Bank ihre Unschuld. Ausserdem sollen Beratungsgespräche zwingend aufgezeichnet oder zumindest ein Protokoll erstellt werden.
"In der Finanzkrise haben viele Leute mit strukturierten Produkten und anderen angeblich sicheren Anlagen einen grossen Teil ihres Vermögens verloren", wird SKS-Geschäftsführerin Sara Stadler in der Medienmitteilung zitiert. Mit der Unterschriftensammlung wolle die Stiftung den Druck auf die FINMA erhöhen, "endlich wirkungsvolle Massnahmen zu ergreifen, um die Anleger in der Schweiz besser zu schützen." (ug)
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