Zürich - Der japanische Architekt Shigeru Ban will den obdachlosen Erdbebenopfern in der Präfektur Fukushima mit Häusern aus Pappe zu Hilfe kommen. Das berichtet der Zürcher Tages-Anzeiger online.
Shigeru ist gemäss Tages-Anzeiger bekannt für seine Gebäude in Leichtbauweise aus kostengünstigen, wiederaufbereiteten Materialien. Seine Papierarchitektur basiere auf vorfabrizierten Kartonrohren, die er als Streben für riesige, gewölbte Dachformen verwendet oder, nebeneinandergestellt, zu Wänden kombiniert. Mit diesen filigranen Strukturen baut Ban nach dieser Darstellung nicht nur Pavillons oder Kirchen. Bereits nach dem Erdbeben 1995 in Kobe hat er aus Pappzylindern temporäre Notunterkünfte errichtet.
Über die Jahre hat der Japaner dem Tages-Anzeiger zufolge weitere Hilfsbehausungen entwickelt, die sich schnell fertigen und einfach vor Ort montieren lassen. Seine Konstruktionen kamen neben Japan auch in Krisenregionen in Ruanda, in der Türkei oder in Indien zum Einsatz.
Der 54-jährige Tokioter gehört zu den bedeutendsten japanischen Architekten der Gegenwart. Er ist weltweit tätig und hat Büros in Tokio, Paris und New York. Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehören laut Tages-Anzeiger das "Curtain Wall House" in Tokio oder das letztes Jahr eröffnete Centre Pompidou Metz in Frankreich. Auf dem Werdareal in Zürich baut Ban zurzeit ein Bürogebäude für Tamedia, die Herausgeberin des Tages-Anzeigers. (ug)