Genf - Die weltweiten Bienenbestände gehen immer drastischer zurück. Das zeigt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in einem Bericht. Besonders der industrialisierte Norden verliert von Jahr zu Jahr grosse Teile seiner Bienenvölker, manche Regionen verzeichnen sogar Rückgange von 85 Prozent, berichtet das Portal Umweltdialog.de unter Bezugnahme auf die UN-Organisation. Die Gründe, die dafür den Ausschlag geben könnten, sind laut Umweltdialog.de zahlreich. Schädlinge wie Pilze, Milben und Viren gehörten dazu, die dank globaler Handelswege alle Regionen erobert haben. Auch Chemikalien in der Landwirtschaft wie systemische Insektizide oder chemische Saatgut-Schutzüberzüge spielten eine Rolle. Dazu komme die Luftverschmutzung, aufgrund derer Bienen ihre bevorzugte Nahrung schlechter wahrnehmen. Doch auch Faktoren wie der Biodiversitäts-Verlust dürften mitverantwortlich sein. Bienen brauchen eine Reihe verschiedener Pflanzen, um ihre Larven zu versorgen, verlieren laut Umweltdialog.de jedoch zunehmend ihre Nahrungsgrundlage. 20.000 Blütenpflanzen könnten ohne entsprechende Schutzmassnahmen in den kommenden Jahrzehnten verschwinden, was das Immunsystem des Bienen-Nachwuchses schwäche und noch anfälliger für Schädlinge mache. Schliesslich ändere auch der Klimawandel Blühzeiten und Niederschläge, was bestehende Probleme verstärkt und das Pollenangebot verändert. Ohne nachhaltigere Formen der Bewirtschaftung ist die Nahrungsversorgung der Zukunft in Frage gestellt, zieht das UNEP laut Umweltdialog.de als Resümee. Wie dramatisch der Rückgang der Bienenpopulationen ist, verdeutliche die Tatsache, dass von den 100 Pflanzenarten, die über 90 Prozent der Ernährung sicherstellen, 71 von Bienen bestäubt werden. (ug)
|