Die Auswirkungen des Klimawandels auf Schutzgebiete in Zentral- und Osteuropa werden vom europäischen Verbundprojekt HABIT-CHANGE seit März 2010 untersucht. 17 wissenschaftliche Institute, Schutzgebietsleitungen und Naturschutzbehörden evaluieren vorhandene Management- und Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten und entwickeln ein Monitoringkonzept, um Veränderungen zu detektieren.
Dies ist notwendig, da wertvolle Lebensräume durch den Klimawandel bedroht werden und heutige Schutzziele in Zukunft nicht mehr maßgeblich sein müssen. Darüber hinaus fehlen Klimaszenarien und Indikatoren, welche Anhaltspunkte für die Änderungen, insbesondere auf lokaler Skala, bieten. Auf Gebietsebene kann beispielsweise der Niederschlag ab- oder zunehmen oder sich saisonabhängig ändern und somit zu völlig veränderten Bedingungen für bestimmte Arten führen. Die Herausforderung ist deshalb, diese Veränderung zu identifizieren und Managementstrategien zur Anpassung zu entwickeln. Das Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von 36 Monaten und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. An das beteiligte TU-Fachgebiet Landschaftsplanung fließen 222.000 Euro und an das TU-Fachgebiet Geoinformationsverarbeitung 198.000 Euro. Verwandte Themen| { Bienen verdienen Milliarden, 21.01.11 } | | { Waldschutz ist Artenschutz, 04.01.11 } | | { Boden des Jahres 2011, 06.12.10 } | | { Hungerkur gibt bessere Pflanzen, 22.10.10 } | | { Wald darf nicht zu Weide werden, 23.08.10 } | | { Urwälder sind unverzichtbar, 18.08.10 } | | { Russland ertrinkt in der Hitze, 20.07.10 } | | { Stopp dem Artenschwund , 22.06.10 } | | { Die Wildnis braucht ihren Raum, 02.06.10 } | | { Schweizer Wald ist gewachsen, 19.03.10 } |
In erster Linie werden vorhandene Management- und Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten ausgewertet und geprüft, ob diese auch vor dem Hintergrund des Klimawandels geeignet sind oder ob diese ergänzt und angepasst werden müssen, um mögliche Beeinträchtigungen von Lebensräumen zu verhindern. Im Projekt werden dazu vom Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Heiland Schutzgebiete untersucht, die sich über Zentral- und Osteuropa erstrecken und unter verschiedene Schutzgebietskategorien fallen, darunter Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks. Die ausgewählten Schutzgebiete repräsentieren insbesondere Lebensräume, die im Hinblick auf den Klimawandel als besonders gefährdet eingeschätzt werden, darunter Feuchtgebiete (Nationalpark Biebrza, Polen) und alpine Gebiete (Naturpark Rieserferner - Ahrn, Italien), aber auch Wälder (Biosphärenreservat Vessertal, Deutschland) und Seen (Nationalpark Neusiedlersee/Fertö-Hansag, Österreich, Ungarn). Das Verbundprojekt hat darüber hinaus das Ziel, potentielle Auswirkungen des Klimawandels zu identifizieren. Dafür wird vom Fachgebiet Geoinformationsverarbeitung in der Umweltplanung der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Kleinschmit ein Monitoringkonzept entwickelt, das auf Methoden der Satellitenfernerkundung und Geoinformatik basiert, um Änderungen des Klimawandels frühzeitig erkennen zu können. Im Fokus steht das Biosphärenreservat Vessertal (Thüringen). In diesem Gebiet findet eine Veränderung der Naturverjüngung statt: Die Buche verdrängt die Fichte an vielen Standorten. Dies wird im Hinblick auf den Klimawandel als größte Veränderung angesehen, aber bislang gibt es keine detaillierten Angaben, wo und wie stark dieser Prozess bereits fortgeschritten ist und inwieweit der Klimawandel diesen beeinflussen wird. Das Fachgebiet wird sich konkret mit dem Monitoring beschäftigen und für das Jahr 2011 hochauflösende Satellitendaten (Rapideye-Daten) mit hoher zeitlicher Wiederholungsrate ordern. Anhand dieser wird geprüft, ob und inwieweit diese Daten geeignet sind, um die Baumartendurchmischung zu quantifizieren und den dargelegten Prozess zu beobachten. Geplant ist, die Ergebnisse für eine Risikobewertung mit Klimaszenarien zu verknüpfen. Gemeinsam mit den lokalen Akteuren soll dies zu konkreten Änderungen im Managementkonzept führen. Mehr Informationen: Stefanie Terp Technische Universität Berlin Tel: +49 30 314 23922
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