US-Ignoranten vermehren sich

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Geschrieben von: Yvonne von Hunnius 02.03.11
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US-Ignoranten vermehren sich. Zumindest legt das die Entscheidung der Republikaner nahe, die gegen die Unterstützung des IPCC abstimmten. Sie hören auf Verschwörungstheorien. Unsinn, sagen Wissenschaftler. Und genau das ist es.

Wer sich fragt: IPCC, was ist denn das? Dem sei gesagt: keine Uhrenmarke aus Schaffhausen, sondern eine Expertengruppe, die sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Ein zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimafragen, eingerichtet von den UN. Ja, es gab Kritik. Doch die Wissenschaftler sind auch mit dem Nobelpreis für ihre Arbeit ausgezeichnet worden. Sie setzen sich aus den mitunter besten der Welt zusammen. Auch der Schweizer Andreas Fischlin von der ETH Zürich ist dabei. Hier ein Interview von mir mit ihm. 

Zurück zu den Ignoranten. Der IPCC erhält Geld von vielen Staaten, auch von der USA. Die USA ist gar der grösste Geldgeber des Treuhandfonds des IPCC. Und die Republikaner wollen diese Zahlungen nun stoppen. Ende Februar stimmten sie im Repräsentantenhaus dafür, dagegen zu sein. Auf Klimaretter.info ist ein Zitat des republikanische Abgeordnete Blaine Luetkemeyer (Missouri) zur Begründung zu lesen:

"Der IPCC ist ein Gebilde voller Betrug - die letzte Sache, die die hart arbeitenden amerikanischen Steuerzahler finanzieren sollten."

Wissenschaftler sind perplex. Michael Oppenheimer, Professor für Geowissenschaften wie auch für Internationale Angelegenheiten an der Universität Princeton, sagte gegenüber dem Deutschlandradio:

"Es gibt republikanische Politiker, die der Wissenschaft von der globalen Erwärmung einfach nicht glauben wollen und dahinter eine Verschwörung von Forschern und linken Politikern sehen. Ich denke, das ist paranoid und schlicht verrückt. Um so erstaunlicher ist, dass das gesamte Repräsentantenhaus jetzt einem solchen Unsinn folgt."

Christopher Field, Chef-Ökologe des Carnegie-Instituts und einer der stellvertretenden Vorsitzenden von IPCC-Arbeitsgruppe II. sagt, die meisten der vielen hundert Wissenschaftler arbeiteten sogar ehrenamtlich:

"Das Repräsentantenhaus glaubt, dass sich das Investment in den IPCC für die USA nicht lohnt. Ich dagegen kann nur sagen, es ist ein gutes Geschäft. Der IPCC liefert exzellente Analysen darüber, was die Klimawissenschaft weiß und was sie nicht weiß. Und das zu einem sehr günstigen Preis. Denn die Hauptarbeit leisten Freiwillige."

Und die Republikaner schlagen auch Gesetzesänderungen vor, die die Befugnisse der US-Umweltbehörde EPA einschränken würden, gerade auch bei der Regulierung von Treibhausgas-Emissionen. Doch Obama kann letztlich immer noch sein Veto einlegen.

Dem Prinzip Hoffnung folgt auch Fischlin. Im Interview mit mir sagte er im letzten Jahr:

"Ich bin ja auch Biologe und als Biologe denke ich, dass wir als Spezies nur deshalb so lange überlebt haben, weil wir uns Geschick beim Umgang mit Gefahren angeeignet haben, beispielsweise indem wir darum einen grossen Bogen machen."

Wenn Republikaner Gefahren nicht nur als den Verlust der Stammtischwählerschaft definieren, könnte er auch in diesem Fall recht behalten.

 

Bild: Diesen einsamen Eisberg wollen die Konservativen am liebsten ignorieren...(awi)

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