Afrikas rohstoffreiche Länder haben das Potenzial, sich selbst zu helfen. SWISSAID unterstützt deshalb im Tschad den mutigen Kampf der Zivilgesellschaft gegen Hunger und für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Öleinnahmen. Von den Erfolgen konnte sich eine Schweizer Parlaments-Delegation letzte Woche selbst ein Bild machen. „Es braucht aber im Erdölgeschäft mehr Transparenz und Verantwortung“, erklärte SWISSAID-Geschäftsführerin Caroline Morel am Donnerstag bei der Lancierung der Jahreskampagne – „auch in der Schweiz“.
Es gibt ein wirksames Rezept, um den Hunger zu bekämpfen: Mut pflanzen. Zum Beispiel im Tschad, der letztes Jahr von einer Ernährungskrise betroffen war. Eine Gruppe von Schweizer Nationalratsmitgliedern machte sich letzte Woche selbst ein Bild der Lage in dem Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe, wo SWISSAID mit innovativen Methoden gegen Hunger und für nachhaltige Entwicklung kämpft: So unterstützt SWISSAID lokale Gemeinschaften in ihrem Kampf für die gerechtere Verteilung der Öleinnahmen – damit sich das Land aus eigener Kraft von Hunger und Armut befreien kann. Denn Tschad ist reich an Erdöl und anderen Bodenschätzen, ohne dass die Bevölkerung davon profitiert. Verwandte Themen| { Afrika den Afrikanern, 09.02.11 } | | { Nicht arrogant, sondern fair, 09.02.11 } | | { Geld und Moral: schwierige Freunde, 17.11.10 } | | { Belohnung für Wandel von unten, 01.10.10 } | | { Obama will Hilfe zur Selbsthilfe, 24.09.10 } | | { Werte, auf die man bauen kann, 25.08.10 } | | { Ohne Geld kein Fortschritt, 03.08.10 } | | { Verantwortung zeigen - Kurs ändern, 30.06.10 } | | { Für einen fairen Ausgleich, 19.05.10 } | | { Armutsfallen vermeiden , 08.04.10 } | | { Schweizer sind grosszügig , 18.02.10 } |
Mutige Bauern und Bäuerinnen und ihr Kampf für Ernährungssicherheit und nachhaltige Entwicklung stehen im Zentrum der Jahreskampagne von SWISSAID. Was dies im Tschad bedeutet, erläuterte SWISSAID-Koordinator Oliver Ngardouel: „Dank der Unterstützung von aussen können wir der Bevölkerung helfen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich für gerechte Kompensationen und gegen die Korruption einzusetzen“. “Die Armut in der Ölförderregion ist erschreckend“, fügte Nationalrat Carlo Sommaruga (SP/GE) an. Die Lobbytätigkeit zugunsten der lokalen Gemeinschaften biete aber Chancen, diese zu überwinden. Auch Nationalrätin Doris Fiala (FDP / ZH) zeigte sich bestürzt über die Situation in den Fördergebieten und erklärte, die Erdölfirmen trügen eine gewisse Verantwortung dafür: „Gerade eine Branche, die nicht das beste Image hat, muss umsichtiger mit der Bevölkerung umgehen, als das im Tschad geschieht“, sagte Fiala. Es liege im Interesse der Schweiz, Hilfe zu leisten und damit nicht zuletzt den drohenden Flüchtlingsströmen entgegenzuwirken. SWISSAID-Geschäftsleiterin Morel betonte, der Nationalrat könne dies Ende Monat tun, indem er für die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0.5% des Bruttoinlandproduktes stimme. Zudem müsse man wie in den USA die Rohstofffirmen zu mehr Transparenz bei ihren Zahlungen an die Förderländer verpflichten. Denn nur so können die Bevölkerungen ihre Regierungen wirklich zur Rechenschaft ziehen und den sinnvollen Einsatz der Reichtümer ihrer Länder überwachen. „Leider sind entsprechende Bestimmungen bei der Revision des Aktienrechts gescheitert“, sagte Morel. „Doch wir bleiben am Ball“.
Sehr gutes Sammelergebnis
SWISSAID, die Schweizer Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit, hat im vergangenen Jahr ein sehr gutes Sammelergebnis von 10.25 Millionen Franken erzielt. Die Spendeneinnahmen bewegen sich damit genau im Bereich des Vorjahres. „Wir werten dies als grossen Vertrauensbeweis unserer Spenderinnen und Spender für unsere Arbeit in neun Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens“, erklärte Geschäftsleiterin Morel am Donnerstag in Bern.
Weitere Informationen: SWISSAID Lorenz Kummer, Mediensprecher Telefon: 031 350 53 51 E-Mail:
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Bild: Fischer bringen am frühen Montagmorgen (07.02.11) am Ufer des Tschadsees ihren reichen Fang an Land. Die Aufnahme entstand im Rahmen einer Parlamentarier- und Medienreise des Schweizer Hilfswerks Swissaid in die zentralafrikanische Republik Tschad vom vom 5. bis 13. Februar 2011. Foto: Michael Würtenberg/Ex-Press
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