Aus dem Blog von {Steffen Klatt}
Die Rechtspopulisten sind mit ihrem Sieg über die Waffeninitiative ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen, die Schweiz ins geistige Reduit zurückzuführen. Die Schweiz ist anders. Während andere Länder reihenweise ihre Wehrpflicht abschaffen, hält die Schweiz nicht nur an ihrer Milizarmee fest - jeder Schweizer zwischen 18 und 34 Jahren ist dienstpflichtig. Sie behält auch die Armeewaffen in den Privathaushalten. Die Waffen im Kleiderschrank sind ein Relikt des Zweiten Weltkrieges. Damals sollten Schweizer Armeeangehörige ihre Waffe für den Fall bereit halten, da die deutsche Wehrmacht das Land überfallen sollte. Schon damals war dies mehr eine Beruhigungspille als ein Beitrag zur Sicherheit: Denn die Schweiz wollte sich im sogenannten Reduit verteidigen, in den Festungen in den Alpen. Auch jetzt gibt es kaum rationale Argumente, die Waffen in den Kleiderschränken aufzubewahren. Die Sicherheit der Schweiz und ihrer Bewohner wird nicht erhöht, sondern eher verringert. Aber darum ging es gar nicht. Die Linken haben mit der Initiative versucht, endlich wieder mit einem emotionalen Thema punkten zu können. Sie sind damit gescheitert. Die Rechtspopulisten, die Speerspitze der Gegner der Initiative, haben dagegen ihr Ziel erreicht: Sie haben ihre Wähler mit einem emotionalen Thema mobilisiert und sichern sich damit einen Startvorteil im Wahljahr. Doch sie denken weiter. Sie wollen die Schweiz noch stärker nach ihrem Gusto prägen. Die nächsten Etappen sind bereits klar: den Zuzug aus der EU stoppen, aus dem Schengenland ohne Grenzkontrollen austreten. Die Rechtspopulisten wollen die Schweiz mitten in Friedenszeiten ins Reduit führen.
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