Genf - Eine mit Schweizer und schwedischer Unterstützung entstandene Analyse einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressourcen in Nahost empfiehlt dringend grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey in Genf vorgestellte Blue Peace Report enthält zehn Empfehlungen, die pragmatische Antworten auf die dringlichsten Fragen zum Abbau der Konflikte um die Wasservorräte in der Region geben. Die Ressource Wasser, die heute zu Streitigkeiten und Spannungen führt, kann als Instrument zur Friedensförderung und verstärkten Zusammenarbeit genutzt werden. Dies ist gemäss einer Mitteilung des Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA die Kernbotschaft des Berichts. Gegenwärtig ist der Druck auf die Wasserressourcen im Nahen Osten nach Darstellung des EDA so hoch wie nie zuvor. Die Problematik habe sich zu einer wirtschaftlichen und sozialen Zeitbombe für die Bevölkerung der gesamten Region entwickelt. Das Bevölkerungswachstum, die Migration und die Urbanisierung, der Klimawandel und zum Teil auch der steigende Lebensstandard haben sehr grosse Auswirkungen auf die Wasserressourcen. Zahlreiche Flüsse in der Türkei, in Syrien, Irak, Libanon und Jordanien führen heute 50 bis 90 Prozent weniger Wasser als noch vor fünfzig Jahren. Die Schweiz und Schweden hatten im Jahr 2009 die Strategic Forsight Group (SGF), ein Team von unabhängigen indischen Experten, mit der Untersuchung beauftragt. Kurzfristig schlägt die SFG laut EDA insbesondere die Schaffung eines Kooperationsrats für die Wasserbewirtschaftung im Nahen Osten vor. Dieser sollte sich zunächst auf fünf Länder beschränken: Irak, Jordanien, Libanon, Syrien und Türkei. Er sollte eine gemeinsame Vision sowie Instrumente und Modelle für einen grenzüberschreitenden Dialog zum Thema Wasserressourcen ausarbeiten. Falls alles nach Plan verläuft, kann der Rat nach EDA-Einschätzung seine Arbeit bereits 2011 aufnehmen. (ug)
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