McDonald`s setzt auf Vegetarier

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Geschrieben von: Birgit Holzer, Paris 25.01.11
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Das Feinschmeckerland Frankreich ist für McDonald‘s nicht nur der zweitgrösste Markt nach den USA. Der Burgerbrater geht hier neue Wege, um sich ein grüneres Image zu geben. Eine vegetarische Pilotfiliale im Pariser Geschäftsviertel La Défense bietet Salat statt Fleischklöpsen - mit Erfolg.

Es fehlt der Geruch nach Pommes, Frittierfett und gebratenen Hackfleischklössen. Stattdessen lockt eine lange Bar mit allem, was einen grünen Salat aufpeppt: Mais, Oliven, Schafskäse. Auch dieses heimelige Gefühl bleibt aus, das den Besucher einer jeden McDonald`s-Filiale auf der Welt ergreifen soll: Das kenne ich doch. Denn dieser Schnellimbiss ist anders. Was hingegen auch hier nicht fehlt, ist Hektik und Andrang. Der Laden brummt.

McDonald’s ohne Hamburger

Mitten im Pariser Banken- und Geschäftsviertel La Défense und gegenüber einem klassischen McDonald`s hat die amerikanische Restaurant-Kette vor einigen Wochen ein neues „Versuchs-Lokal” eröffnet. Das Konzept ist weltweit bislang einmalig: Eine Filiale ohne Hamburger. Statt Big Macs gibt es ein Salat-Büffet mit 28 Zutaten und das übliche Kaffee- und Kuchen-Angebot der McCafés, die in Frankreich eine weitere Besonderheit haben: In den Vitrinen liegen hier neben Croissants auch Macarons, die französische Makronen-Spezialität in verschiedenen Geschmacksrichtungen von Himbeere bis Pistazie, die sonst nur Konditoreien herstellen - serviert auf Porzellangeschirr. Auch die Einrichtung, die an eine Designer-Lounge erinnert, spricht für einen neuen, bemüht modernen Stil, weg vom knallig bunten Plastik-Umfeld.

Salatbar im Test

„Wir glauben, dass es hier ein echtes Potenzial gibt”, sagt Isabelle Kuster, bei McDonald`s zuständig für Frankreich und Südeuropa. „Wir geben uns ein paar Monate, um dieses Konzept zu testen.” Bislang greifen die Kunden generell fünfmal häufiger zu den bewährten Hamburgern als zu Salat, der wiederum teurer ist. Französischen Medien zufolge sind bis Ende des Jahres weitere Salatbars in drei klassischen französischen Restaurants geplant. Schon länger hat eine Filiale im gut 30 Kilometer von Paris entfernten Clayes-sous-Bois eine Salatbar, die ein Verkaufsschlager ist, doch der Konzern kommuniziert nur diskret darüber.

Auch das neue „Labor” auf knapp 100 Quadratmetern gehört offensichtlich zu einer Strategie, die der Schnellimbisskette mit dem Ruf, ungesunde Industrie-Produkte herzustellen, im Zuge der Öko-Welle ein neues, grüneres Image verschaffen soll. So prangt auch das obligatorische gelbe „M” auf dem Logo vermehrt nicht mehr auf rotem, sondern auf grünem Hintergrund. Mit einem Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro (4,7 Milliarden Franken) ist der französische Markt nach den USA der zweitwichtigste für den Imbiss-Riesen. In den 1161 Filialen im ganzen Land werden täglich 1,7 Millionen Gerichte verzehrt. Und jedes Jahr öffnen 40 weitere Lokale.

Globalisierungskritiker sind verstummt

Es klingt paradox: Ausgerechnet das berüchtigte Feinschmeckerland Frankreich zählt die meisten Fast Food-Liebhaber in Europa. Lange vorbei sind die Zeiten, als kurz nach der Ersteröffnung 1979 eine Bauern-Bewegung um den grünen Aktivisten José Bové ein Restaurant im südfranzösischen Millau verhinderten, die den wachsenden Einfluss der USA auf die Esskultur eine Bedrohung der französischen Identität schimpften. Das hat sich gewandelt, seit McDonald`s bei der grossen Landwirtschaftsmesse vertreten ist und dort betont, dass drei Viertel der verwendeten Produkte aus Frankreich stammen.

Heute kämpft McDonald`s France nicht mehr gegen französische Globalisierungskritiker, sondern gegen wachsende Konkurrenz, etwa vom US-Konzern Starbucks mit seinen 55 eröffneten Cafés oder der ursprünglich belgischen Kette Quick, die in ausgewählten Lokalen islamisch statthaftes Halal-Fleisch anbietet. Sterneköche wie Paul Bocuse und Guy Martin haben mit ihren eigenen Schnell-Imbissen der Luxus-Variante diese salonfähig gemacht. Die Happen für die schnelle Mittagspause liegen im Trend: Auch die französischen Gourmets können mittags längst nicht mehr stundenlang schlemmen.

Bild: Salat von McDonald's (McDonald's)

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