Die Waldeigentümer sind zwar eine überaus heterogene Gruppe. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie die wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung für den Schweizer Wald tragen. Die Waldeigentümer betreiben für die Pflege und Bewirtschaftung des Waldes einen erheblichen Aufwand. Die Bedeutung des Waldes und der Leistungen der Waldeigentümer geht weit über die messbaren volkswirtschaftlichen Grössen hinaus. Letztere geben fast ausschliesslich die Bedeutung des Waldes als natürliche Ressource wieder, die den Rohstoff Holz hervorbringt.
Der Wald ist aber auch ein prägendes Landschaftselement sowie ein intensiv genutzter Raum für Freizeit und Erholung. Daneben erbringt der Wald eine unbezahlbare Schutzleistung vor Naturgefahren. Um langfristig eine optimale Wirkung sicherzustellen, muss der Schutzwald fachmännisch gepflegt werden, was einen hohen Aufwand bedingt. Ausserdem ist der Wald ein naturnaher Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. In Sachen Biodiversität, Naturnähe und Nachhaltigkeit erbringen die Schweizer Waldeigentümer im internationalen Vergleich hervorragende Leistungen. Das beruht einerseits auf einer langen und guten Schweizer Tradition. Anderseits ist das ausserordentlich hohe Auflagenniveau der Wald-, Naturschutz- und Umweltgesetzgebung zu erwähnen, dem die Waldeigentümer hierzulande unterworfen sind.
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Waldeigentum ist zweifellos mit Stolz und Freude verbunden, aber auch mit Bürde. Es ist das Los der Waldeigentümer, dass viele Waldleistungen, die auf ihren Pflege- und Bewirtschaftungsaufwand zurückzuführen sind, selbstverständlich und ohne finanzielle Gegenleistung beansprucht werden. Es ist deshalb ein wichtiges Anliegen, dass die bedeutenden öffentlichen Leistungen des Waldes durch die Nutzniesser bzw. die Öffentlichkeit finanziell besser abgegolten werden. Ebenso wichtig ist die Forderung nach einem genügenden unternehmerischen Handlungsspielraum, dort wo es einen eigentlichen Markt gibt, nämlich in der Holzproduktion.
Die Frage des Status und des Schutzes der Waldfläche in der Schweiz erhält ausgerechnet im Internationalen Jahr des Waldes eine ungeahnte Dynamik. Im Rahmen einer laufenden Revision des Waldgesetzes soll der Waldflächenschutz in denjenigen Gebieten flexibilisiert werden, wo sich der Wald ausbreitet, also vor allem im Gebirgsraum. Waldwirtschaft Schweizunterstützte in der Vernehmlassung dieses Vorhaben. Landwirtschaftskreise stellen jetzt aber die gesamte Waldflächenpolitik zur Disposition. Die Waldflächenpolitik soll aus dem Waldgesetz herausoperiert und in die Raumplanung transferiert werden. Diese Entwicklung löst bei den Waldeigentümern Unbehagen und Widerstand aus. Es ist zu befürchten, dass unter dem Regime der Raumplanung der Schutz der Waldflächen aufgeweicht wird. Der Druck auf die Waldflächen im Mittelland, wo der Landhunger für Siedlungen, Gewerbe und Infrastrukturbauten enorm ist, würde zunehmen.
Das Internationale Jahr des Waldes ist für die Schweizer Waldwirtschaft eine kommunikative Chance, die es zu nutzen gilt. Waldwirtschaft Schweiz hat deshalb gemeinsam mit anderen forstlichen Organisationen Waldeigentümer, Forstbetriebe, Forstunternehmen und den öffentlichen Forstdienst dazu eingeladen, 2011 in ihrer Region gezielt Veranstaltungen und Kommunikationsmassnahmen durchzuführen, die im Zeichen des Jahres des Waldes stehen. Im Rahmen der Kommunikationskampagne «Unser Wald. Nutzen für alle.» steht zurUnterstützung der forstlichen Kommunikationsarbeit ein ganzes Sortiment von Werbe- und Informationsmitteln zur Verfügung. Es zeichnet sich ab, dass die Schweizer Waldwirtschaftdas Jahr 2011 aktiv bestreiten und die Chance nutzen wird.
Aus Anlass des Internationalen Jahres des Waldes 2011 führte Waldwirtschaft Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern im Dählhölzliwald ein Mediengespräch durch. Verbandsvertreter nahmen dabei eine Standortbestimmung aus Waldeigentümersicht vor.
Weitere Informationen: Roland Furrer, Leiter Public Relations Waldwirtschaft Schweiz Rosenweg 14 4501 Solothurn Tel.: 0041 / 32 / 625 88 00 Mail:
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Bild: Biosfera Val Muestair, Graubünden. Blick von der Umbrail-Passstrasse bei Sta. Maria talaufwaerts zum Ofenpass, unten Valchava. (Switzerland Tourism - BAFU / swiss-image.ch/Roland Gerth)
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