Nur wer Erfolg hat, kann über Erfolg lächeln. Nur wer die Seile überhaupt zu fassen bekommt, kann auch loslassen. Der Reiche kann auf sein Konto spucken. Der Hauseigentümer den Immobilienbesitz verachten. Der Berühmte auf seinen Ruhm pfeifen. Der Geschätzte nicht viel auf seine Anerkennung geben. Der Geliebte die ihn Liebenden verlassen. Der Besitzer sein Eigentum verschenken.
Es ist die alte Geschichte Siddharta Gautamas, Zarathustras, Antonius, adliger Kommunisten, Bettelmönche, Erben, Nobelpreisträgern, Industriebaronen. Freiheit kann sich nur der einbilden, der sich von etwas Belastendem freimacht. Die Freiheit all jener, die einfach nur so sozusagen frei sind, ist fast immer das Tränental verhinderter Möglichkeiten oder eben die Unterdrückung durch die Unfreiheit derer, die haben, ohne loslassen zu können.
Freiheit ist kein absoluter Wert, sondern die Sehnsucht, endlich von all dem loszukommen, was das Leben gegenüber den eigenen Idealen entwertet. Die Ideale entspringen ebenso wie die Freiheit einem imaginären Zustand, durch den das Individuum sich als Ich gegen das Leben zu behaupten sucht und natürlich scheitert. Je nachdem wie man dieses Scheitern verkraftet, hält man es mit sich und dem Leben aus.
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