Das Bündner Energieunternehmen Repower (ehemals Rätia Energie) will im Ausland Kohlekraftwerke bauen und sucht Schweizer Partnerwerke. Das Netzwerk gegen der Schweizer Energiewirtschaft in Kohlekraftwerke fordert auf, sich nicht auf das Beteiligungsmodell einzulassen und so neuen Kohlekraftwerke zu begünstigen.
Wie einer Medienmitteilung der Repower AG von heute zu entnehmen ist, versucht das Bündner Energieunternehmen Repower, das sich bis anfangs Jahr Rätia Energie AG nannte, mittels eines "innovativen Beteiligungsmodells" Partnerwerke in der Schweizer Energiewirtschaft zu finden. Kleinere Werke sollen Bezugsrechte erhalten, aber, auch in ihrer Summe, minderheitsbeteiligt bleiben — die Repower wird "mindestens 51% an der Produktionsbeteiligungsgesellschaft behalten". Bereits interessieren sich als "Gründungsmitglieder" die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) und die IBAarau für das Modell — die beiden Elektrizitätswerke sollen einen "Letter of Intent" unterschrieben haben.
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Die Repower projektiert in Brunsbüttel, Schleswig-Holstein und Saline Joniche, Kalabrien, zwei riesige neue Kohlekraftwerke. Es handelt sich sowohl in Deutschland als auch in Italien je um das grösste Neubauvorhaben von Steinkohlekraftwerken. In beiden Werken soll Kohle aus Übersee verbrannt werden. Wegen ökologischer Bedenken und weil es sich um Risikoinvestitionen handelt, hat die Repower in den letzten Wochen die Unterstützung zahlreicher Deutscher Partnerwerke eingebüsst. Zur Realisierung ihrer Grosskraftwerke sucht die Repower offenbar nach neuen Partnern in der Schweiz.
Die Repower ist besonders im Stromhandel und in der Produktion von Strom in fossil-thermischen Kraftwerken tätig. Bereits 2009 machte ihre Beteiligung am Gaskraftwerk Teverola, in der Nähe von Neapel, 54% der Produktionskapazität und Bezugsrechte aus. Neben den beiden Kohlekraftwerken in Italien und Deutschland projektiert Repower ein weiteres Gaskraftwerk in Leverkusen. Die Kohlekraftwerke, es handelt sich um Milliardeninvestitionen, hätten zusammen fast die gleiche Leistung, wie alle Schweizer Atomkraftwerke zusammengenommen. Ihr CO2-Ausstoss entspräche mehr als 40% der gesamten CO2-Emissionen der Schweiz. Mittels Beteiligung an diesen Kraftwerken sollen auch kleinere Energieunternehmen ein "umfassendes Projektportfolio einfacher realisieren" und "Skaleneffekte" nutzen können. Im Klartext heisst das: Repower lädt die kleineren, "auf die Versorgung ihrer Kunden fokussierten Energieversorgungsunternehmen" ein, ihren Kunden billigen und unökologischen Strom aus Kohlekraftwerken zu verkaufen.
Das Beteiligungsmodell soll 2000 GWh Produktion aus 400 MW Kapazität umfassen. Dieses Verhältnis weist darauf hin, dass es sich kaum um den von Repower angepriesenen "ausgewogenen Mix aus Grund-, Mittel- und Spitzenlast sowie Neuen Erneuerbaren Energien", sondern vor allem um Bandenergie handeln wird. Wenn es Repower gegen den Willen der Bevölkerung in Graubünden und gegen den lokalen Widerstand in Saline Joniche oder Brunsbüttel gelingt, die geplanten Kohlekraftwerke zu realisieren, dürfte es sich überwiegend um Strom aus Kohlekraftwerken handeln. Die Produktion von Strom aus Kohle verursacht rund doppelt so viele CO2-Emissionen, wie die Stromproduktion in Gaskraftwerken.
Die Repower ist landesweit durch die aggressive Vermarktung ihres Ökostromprodukts Pure Power Graubünden bekannt. Das Angebot von Ökostrom dieser Qualität machte im Jahr 2009 weniger als 0,2% des gesamten Stromumsatzes aus — 27 GWh von rund 14400 GWh.
Das Netzwerk gegen der Schweizer Energiewirtschaft in Kohlekraftwerke fordert die Schweizer Elektrizitätsunternehmen auf, sich nicht auf das Beteiligungsmodell der Repower einzulassen und dadurch die Erstellung von neuen Kohlekraftwerken zu begünstigen.
Weitere Informationen: Für das Netzwerk gegen die Investitionen der Schweizer Energiewirtschaft in Kohlekraftwerke: Thomas Mathis Tel.: 0041 / 79 / 898 2010 Mail:
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Bild: "In ihrem Vertriebs- und Handelsgeschäft setzt Repower auch in Zukunft auf zuverlässige internationale Verbindungen im Hochspannungsnetz." Hier die 400kV Schaltstation Robbia 1 (Repower)
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