Bahn-Szenarien 3

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Geschrieben von: Hans Frommelt 17.12.10
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Der Verkehrsclub Liechtenstein VCL hat kürzlich in den Zeitungen ihre Bahn-Szenarien 1 und 2 kurz beleuchtet. Zum Szenario 1 erwähnt der VCL, dass eine Normalspur-Tram-Bahn sowohl auf Geleisen der ÖBB und SBB, wie auch als Tram  im Mischverkehr auf oder neben der Strasse fahren kann.

Dass Szenario 2 soll die regionalen Einpendlerströme nach und von Liechtenstein durch Einbindung in das ÖBB und SBB-Normalspurnetz übernehmen. Als einzelner Protagonist habe ich in der Sonntagszeitung LIEWO ein Bahn-Szenarium Nr. 3, eine Schienennetzerweiterung der RhB, die Meterspur, als Alternativmöglichkeit aufgezeigt. Bevor nun verschiedene Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben werden, sollten mindestens die Vor- und Nachteile einer Meterspur durch Liechtenstein auch Innerhalb des VCL diskutiert werden. Wie bereits in der LIEWO erwähnt, hätte die Meterspur der RhB gegenüber Normalspur, welche unverhältnismässig wesentlich mehr Boden benötigt,  für unsere kleinräumigen Verhältnisse sehr viele Vorteile.

In der VCL-Studie wird erwähnt, dass die Frage von Standorten für Depots und Unterhaltswerkstätten der Trams nicht detailliert behandelt wurden. In der Studie meint man, dass solches nicht unbedingt auf Liechtensteiner Boden erstellt werden muss. Man könnte solche Werkstätten in Sargans, Buchs und in Feldkirch erstellen. Auch in dieser Beziehung wäre das Szenarium 3, die Meterspur, in einem riesigen Vorteil. Die Service- und Reparaturwerkstätten der RhB sind in Landquart bereits vorhanden und bestens eingerichtet. Es müssten keine zusätzlichen, teure Werkstätten für ein Liechtenstein-Tram im benachbarten Ausland gebaut werden, welche wohl durch Liechtenstein finanziert werden müssten.

Ein weiterer Punkt bildet die derzeitige Diskussion um Forschungsnetzwerke und die „Denkfabrik“ Universität Liechtenstein. Eine Programmskizze zur vermehrten Forschung in Liechtenstein und St. Gallen ist schnell zusammengestellt. Schwieriger wird es, wenn die Inhalte definiert werden müssen. Ein naturwissenschaftlich-technisches Zentrum für die Normalspur passt wohl weniger in das Rheintal. Bei der Einmeterspur sieht es anders aus. Wenn man schon hunderte von Millionen in eine Doppelspur, gar Streckenerweiterung des Normalspurschienennetzes durch Liechtenstein und das Rheintal stecken will, so sollte man die Bildungs- und Forschungsnetzwerke einbeziehen. Die Einmeterspur könnte für noch junge Bildungseinrichtungen mit kleinen Forschungsteams einen hochinteressanten Einstieg in Forschungsnetzwerke bieten.

Schlussendlich kann ein solcher Schienennetzausbau, wie vom VCL propagiert oder das Szenarium 3, die Meterspur, nur über Volksabstimmungen realisiert werden. Solches muss ja von den relevanten Ämtern und folglich auch der Regierung, welchen der VCL die Linienführung einer SBB-Spur mit den Daten übergeben hat, eingeleitet werden. Wenn die verschiedenen Szenarien im Sinne der neudefinierten „Stuttgarter Streitkultur bezüglich Bahnprojekten“ bereits frühzeitig diskutiert werden, wird eine Lösungsfindung sicherlich stark vereinfacht.

 

Weitere Informationen:

Hans Frommelt 

Telefon: +423 392 32 56
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

 

Hans Frommelt aus Triesen ist Pensionär. Der Elektroingenieur war 17 Jahre lang zuständig für den Netzausbau und die Strassenbeleuchtung der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW). Weitere 13 Jahre war er bei der Energiefachstelle der LKW. Er gilt als ein Vorkämpfer der Erneuerbaren Energien, war Mitgründer der Solargenossenschaft Liechtenstein und setzt sich kritisch mit aktuellen Themen der Politik auseinander.

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