Das Berner Komitee gasgeben.ch, ein breites Bündnis aus landwirtschaftlichen Kreisen und Umweltschutzorganisationen, veröffentlicht je ein Factsheet zu Biogas-, Wind-, Holz- und Solarenergie aus bäuerlicher Sicht. Sie zeigen auf, mit welcher Energieform ein Bauer oder eine Bäuerin unter welchen Voraussetzungen klimaschützend Geld verdienen kann. Eine Win-Win-Situation, deren Potenzial bisher zu wenig genutzt wird. Die fünf Factsheets sowie das Übersichts-Faltblatt „Land- und Energiewirt zugleich sein“ sollen nun für die nötige Verbreitung sorgen. Finanziert wurden die Infoblätter hauptsächlich von der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern; bezogen werden können sie unter www.gasgeben.ch. Ob ein Windgenerator auf einem windexponierten Hof im luzernischen Diegenstal, eine Rekordsolaranlage auf einem Bauerndach im emmentalischen Melchnau, eine Biogasanlage in Ittigen oder ob traditionell mit Holz aus dem eigenen Wald: Alles reale Beispiele, die zeigen, dass die vorbildliche Energie-Praxis in Einzelfällen bereits existiert. Diese Praxis gilt es nun zu verbreiten, weil sie für unsere Landwirtschaft Teil der Zukunft ist. Voraussetzung einer Verbreitung ist allerdings einschätzen zu können, welche Energieart für einen bestimmten Landwirtschaftsbetrieb überhaupt in Frage kommt. Für diesen Zweck hat das Komitee gasgeben.ch für den Kanton Bern neue Factsheets zu Biogas, Holz, Wind und Sonne geschaffen, die grossteils für die ganze Schweiz Gültigkeit haben. gasgeben.ch Dem Komitee gasgeben.ch gehören an: Berner Bauernorganisationen LOBAG, Bärner Bio Bure, die Arbeitsstelle „Kirche und Umwelt“ (OEKU), Greenpeace Regionalgruppe Bern sowie WWF Bern. Ziel des Komitees ist es, im Kanton Bern die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien in der Landwirtschaft zu verbessern. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) schätzt, dass Landwirte im Jahr 2035 für 1,35 Millionen Personen Strom erzeugen könnten, und zwar dank 700 Biogasanlagen, 400 Windturbinen und 10`000 Solardächern. Soll dieses Potenzial ausgeschöpft werden, brauche es langfristige verlässliche Rahmenbedingungen, so der SBV. „Die Möglichkeiten mit erneuerbaren Energien sind breit, doch die Umsetzung ist nicht immer einfach.“, hält Kuno Roth, Präsident von gasgeben.ch, dazu fest. Dennoch schätzt er den Teilerwerb als Energiewirt als realistisch ein, da viele Bauernhöfe über grosse Dachflächen für Solaranlagen oder Rohstoffe wie Holz verfügen sowie organische Reststoffe wie Mist und Ernteabfälle liefern können. „Dach und Abfälle sind quasi ein neuer Boden des Bauern“ sagt Roth. Verwandte Themen| { Bio-Bschiss lohnt sich nicht, 24.09.10 } | | { Getreide aus naturnahem Anbau, 19.08.10 } | | { Land für Natur kaufen, 14.06.10 } | | { Die Wildnis braucht ihren Raum, 02.06.10 } | | { Bio für alle, 31.05.10 } | | { Neue Bio-Revolution steht an, 28.04.10 } | | { Landwirtschaft als Klimaretter, 16.04.10 } | | { Schweizer Wald ist gewachsen, 19.03.10 } | | { Biodiversität schützen , 13.02.10 } | | { Landwirtschaft kann Klima retten, 04.02.10 } | | { Biodiversität stärken, 27.01.10 } | | { Gemeinsames Engagement , 07.01.10 } | | { Im Wald liegt die Zukunft , 18.12.09 } |
„Um ihrer Existenz zu sichern, haben Bäuerinnen und Bauern das betriebswirtschaftliche Denken schon längst verinnerlicht. Deshalb bin ich optimistisch, dass sie in Zukunft vermehrt in der Energieproduktion tätig sein werden“, sagt Thomas Mathis, Sprecher des Komitees. Er streicht die bedeutende Rolle der Landwirte hervor: „Sie leisten zur ökologischen Nahrungsmittelversorgung der Schweizer Bevölkerung heute schon den wichtigsten Beitrag - und in Zukunft einen gewichtigen zur Energieversorgung.“ Bis dahin ist es allerdings noch ein Stück Weg, den zu beschreiten sich zweifach lohnt: fürs bäuerliche Portemonnaie und für den Klimaschutz. Ermöglicht haben diese Publikationen die Mitgliedsorganisationen des Komitees sowie die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, die den Hauptteil finanzierte.
Weitere Informationen: gasgeben.ch Thomas Mathis E-Mail:
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Wind: www.sure-kraft.ch Biogas: www.wyss-ittigen.ch Sonne: www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Groesste-Solaranlage-der-Schweiz-entsteht-auf-einem-Viehstall/story/28533342 Bild: Hier ein Solarhof in Toggenburg (Energietal Toggenburg)
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