Die Schweiz muss sich auf eine Zeit vorbereiten, in der Energie knapp und die Energiesicherheit zu einem grossen Thema werden wird. Darüber hinaus muss sie einen Beitrag leisten zur Bewältigung der Klima- und Ressourcenkrise, auf globaler Ebene.
All diese Herausforderungen sollte sie so bewältigen, wie es unserer Tradition entspricht: liberal. Gerade deshalb braucht es klare politische Ziele und transparente Rahmenbedingungen für den Markt. So viel Wirtschaft wie möglich, und so viel Staat wie nötig, um kurz- mittel- und langfristig innovativ und nachhaltig wachsen zu können. Verwandte Themen| { Die Demokratie am Scheideweg?, 19.10.10 } | | { Grüner Nachwuchs, 04.10.10 } | | { Grüne Pioniere gesucht, 29.09.10 } | | { Grünes Studium, 21.09.10 } | | { Den richtigen Weg wählen, 07.09.10 } | | { Desertec ist keine Utopie, 28.07.10 } | | { Ölunternehmen gegen Klimaschutz, 09.06.10 } | | { Erneuerbare stärker fördern, 07.06.10 } | | { Schweiz droht Abhängigkeit , 19.04.10 } | | { Energiesparen bringt Fortschritt, 07.04.10 } | | { Beim Öl wird Obama konservativ , 31.03.10 } | | { Erfolgreich mit Erneuerbaren, 04.02.10 } | | { Grösster Motor der Weltwirtschaft, 01.02.10 } | | { Die Schweiz strahlt, 13.01.10 } | | { Erneuerbare Energien gewinnen, 11.12.09 } | | { Mit der Sonne die Welt verändern, 09.11.09 } |
Eine Energiesteuer, die an die Stelle der Mehrwertsteuer treten würde, stellt einen radikalen Wechsel des Steuersystems dar. Die Steuer trägt drei klare und wichtige Botschaften:
- Energie ist ein kostbares Gut,
- Energiekosten, die bislang als Externalitäten galten (wie z.B. CO2) müssen konsequent internalisiert werden,
- mehr Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energieerzeugung in der Schweiz reduzieren unsere Auslandsabhängigkeit und somit wirtschaftliches und gesellschaftliches Risiko.
Die Energiesteuer verdient deshalb eine genaue Prüfung.
Mit ihr würden diejenigen belohnt, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die zum Standard in einer Welt der Klimakrise und der Energieknappheit werden könnten. Eine solche Steuer hätte auch den Charme, dass sie einfach zu erheben ist und gleichzeitig die ausufernde Mehrwertsteuerbürokratie beseitigte. Davon würde jedes Unternehmen im Land profitieren. Dass eine solche Steuer bei einer kontinuierlichen Verbesserung des Energiemix' angepasst werden müsste, scheint kein unlösbares Problem darzustellen. In Zukunft wird schmutzige Energie nirgendwo ein langfristig attraktives Businessmodell darstellen. Im Gegenteil. Eine moderne Schweiz mit viel sauberer Energie könnte sich gar wieder zum attraktiven Produktionsstandort erheben!
Der Abschied vom Öl und eine Verteuerung der Energie kommen ohnehin. Entweder gehört die Schweiz zu den Vorreitern und profitiert davon. Oder sie gehört zu den Nachzüglern und lässt andere profitieren.
Zur Person: Nick Beglinger ist Präsident von swisscleantech, des Verbandes nachhaltig orientierter Unternehmen in der Schweiz und Liechtenstein.
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