Mit Innovationen Spitze bleiben

Drucken
E-Mail
Geschrieben von: Beatrice Suter, Luzern 08.11.10
Bookmark and Share
Stichworte:       

Die Schweiz liegt 2009 im European Innovation Scoreboard (EIS) bei den meisten Indikatoren im Innovationsvergleich über dem innereuropäischen Mittel. Und der Innovationswille Schweizer Unternehmen sorge dafür, dass dies so bleibe, sagt Walter Steinlin, Präsident der Förderagentur für Innovation (KTI). Und die KTI leiste ebenso einen Beitrag hierzu.

Beatrice Suter: Die Schweiz liegt 2009 im European Innovation Scoreboard (EIS) bei den meisten Indikatoren im Innovationsvergleich über dem innereuropäischen Mittel. Dänemark, Finnland, Deutschland, Schweden, das Vereinigte Königreich und die Schweiz gehören zur Spitze der innovativsten Länder Europas. Das sind die Lorbeeren bisheriger Bemühungen. Was aber muss die Schweiz tun, um auch morgen international an der Spitze zu bleiben?

19. Internationales Europa Forum Luzern

Am 19. Internationalen Europa Forum Luzern vom 8. und 9. November im KKL Luzern stehen „Bildung, Forschung, Innovation“ als zentrale und erfolgskritische Faktoren für den Industriestandort Schweiz im Mittelpunkt. Mit ihrer Präsenz und dem Eröffnungsreferat dokumentiert Bundespräsidentin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements , dass diese Fragestellungen für sie und den Bund zentral und Chefsache sind. Am 19. internationale Symposium widmen sich neben Bundespräsidentin Doris Leuthard, der finnische Wirtschaftsminister Mauri Pekkarinen, Wolfgang Burtscher, stellvertretender Generaldirektor für Forschung der EU-Kommission sowie weitere hochkarätige Referenten aus Untenehmen, Wirtschaft und Wissenschaft den Themen Forschung, Bildung, Innovation.

Walter Steinlin:Der KTI kommt bei der Umsetzung der Botschaft für Bildung, Forschung und Innovation im Bereich der Innovation eine zentrale Rolle zu. Für die Periode von 2008 bis 2011 setzt der Bund über 20 Milliarden Franken für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation ein – davon gehen rund 530 Millionen Franken an die KTI und 2,7 Milliarden Franken an den Schweizerischen Nationalfonds (SNF).

Beatrice Suter:Die Botschaft 2008 – 2011 setzt nicht nur ambitionierte Ziele im Bereich Bildung, Forschung und Innovation, sondern bringt auch erheblich höhere Mittel im Bereich der Förderungsmassnahmen für die Innovation. Wie sehen Sie eine Zwischenbilanz, ein Jahr vor Abschluss der Periode?

Walter Steinlin:Erfreulich ist, dass die Finanzierung der Innovationsförderung durchschnittlich um mehr als 6 Prozent pro Jahr gestiegen ist. Im Vergleich zum asiatischen Raum ist der reale Zuwachs für die Forschungsförderung in der Schweiz allerdings bescheiden. Erstaunlicherweise hatte die KTI noch nie so viele Gesuche wie im Krisenjahr 2009. Speziell das neue Förderinstrument Innovationsscheck hilft, KMU als Neukunden der KTI zu erreichen. Vermehrt gibt es auch Verbundprojekte mit dem SNF, was zu einem weiteren Ansteigen der Nachfrage in der angewandten Forschung führt. Die Rekordzahl an Gesuchen steht für den hohen Innovationswillen der Schweizer Wirtschaft in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und die Erkenntnis, dass Innovationen helfen, die Industrie im Wettbewerb nachhaltig weiterzubringen.

Beatrice Suter:Soll das Zusammenspiel von Politik, Forschung und Wirtschaft für den Innovationsstandort Schweiz Früchte tragen, müssen Schnittstellen und Aufgabenteilung klar sein und die Zusammenarbeit spielen. Wie steht hier die Schweiz im Vergleich zum Ausland. Und welche Rolle hat die Politik zu spielen?

Walter Steinlin:Das Erfolgsrezept der Schweiz besteht aus einer starken Grundlagenforschung und einer hohen Eigenverantwortung der Privatwirtschaft, was bei grossen Firmen zu hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung führt und bei KMUs zu einem sehr aufgeweckten Innovationsverhalten. Verschiedene Rankings weisen auf die Topposition unseres Landes bezüglich Innovationsverhalten hin (z.B. European Innovation Scoreboard). Die Aufgabe der Politik ist es, günstige Rahmenbedingungen zu setzen, wo nötig gemeinsame Ziele zu definieren und die dafür notwendigen Gelder zu sprechen.

Beatrice Suter:Welche Fortschritte und welche konkreten Erfolge kann die Förder-agentur für Innovation bereits heute vermelden? Gibt es Fallbeispiele unter Ihren Projekten, von denen sie künftig mehr sehen möchten?

Walter Steinlin:Bei den Innovationsprojekten stellen wir 2009 eine Rekordmenge an qualitativ hochstehenden Vorschlägen in der mehr als sechzigjährigen Geschichte der KTI fest. Wir konnten sie mit 123 Millionen Franken unterstützen. Im selben Jahr konnten auch rund 20 Prozent mehr Firmen als im Vorjahr in den Coachingprozess der Start-up Förderung aufgenommen werden. Besonders erfreulich ist, dass die Schweiz im 2009 erstmals die Red Herring Liste der innovativsten Jungunternehmen im Europa anführt.

Beatrice Suter:Was sind Ihre Erwartungen und Forderungen von Seite der Exekutive und den ausführenden Behörden an Forschung und Wirtschaft?

Walter Steinlin:Es braucht Forschende und Wirtschaftspartner, die ihre jeweiligen Stärken kennen und ohne Berührungsängste aufeinander zugehen können. Men-schen, die gekonnt und zielstrebig ihre Fähigkeiten ausbauen und dabei ohne falschen akademischen Stolz oder allzu kurzfristiges Gewinndenken zusammenarbeiten. KTI-Gelder und -Beratung sollen dabei als Anschubhilfe in Anspruch genommen werden, nicht als Selbstzweck.

Beatrice Suter:Wo sehen sie auf diesem Hintergrund den dringendsten Handlungsbedarf?

Walter Steinlin: Für die KTI gibt es zwei zentrale Erfolgsfaktoren: Einerseits die nötigen Finanzmittel für die offensichtlich gefragten und wirksamen Leistungen, nicht nur in Zeiten der Hochkonjunktur, sondern erst recht in Krisenzeiten. Anderseits der Freiraum, flexibel und eigenverantwortlich, auf der Basis der Erfahrungen ihrer Experten, die Förderinstrumente anzupassen und die internationalen Möglichkeiten gezielt einzubeziehen. Beides braucht ein gutes Verständnis der verantwortlichen Politik für das Wesen der wirtschaftlichen Innovation, damit die Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen nicht bürokratisch, sondern unternehmerisch werden.


Zur Person:

Walter Steinlin, Präsident der Förderagentur für Innovation KTI. Er studierte Elektrotechnik an der ETH Zürich und arbeitete lange Zeit in der Industrieforschung, zuerst bei Hasler, dann bei der PTT und Swisscom, wo er während zwölf Jahren “Swisscom Innovations” leitete. Er war in internationalen Standardisierungs- und Forschungs-Gremien aktiv und engagiert sich in verschiedenen Kommissionen und Boards (economiesuisse, EPFL, IDIAP, iimt, u.a.). Nebst dem KTI-Präsidium hat er weiterhin ein Teilzeitmandat bei Swisscom.


Weitere Informationen:

19. Internationales Europa Forum Luzern, Montag, 8. und 9. November 2010
im KKL Luzern. Öffentliche Eröffnungsveranstaltung Montag, 8. November, 2010
von 17.30 Uhr bis 19. 30 Uhr (ausgebucht) Symposium Dienstag,
9. November 2010 (9 bis 17.15 Uhr) Eintritt CHF 280.00/ € 210.00,
Weitere Infos und Anmeldung: www.europa-forum-luzern.ch







Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

Cleantech.ch

cleantech_ch

SCA_LOGO_RGB_marginal
mit swisscleantech ins neue Energiezeitalter

Meistgelesene Artikel

    Abonnieren Sie noch heute Ihren persönlichen Newsletter.
    Noch grössere Aktualität erhalten Sie mit unserem RSS-Feed.

    Kalender

    Deprecated: Function ereg_replace() is deprecated in /home/www-data/nachhaltigkeit.org/components/com_jcalpro/config.inc.php on line 405

    Der Veranstaltungskalender wird vorbereitet.

    {Zum Kalender}

    Magazin Cleantech Switzerland

    Magazin Cleantech Switzerland 2011-1

    Gründungssponsoren