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Recyclinganlage für Südamerika

Geschrieben von: Janine van Stiphout, SENS International 06.10.10
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Ein Industrieprojekt im Dienste des Klimaschutzes? Was auf den ersten Blick paradox erscheint, erweist sich als hoch innovatives und nachhaltig wirksames Klimaschutzprojekt mit Einzigartigkeitscharakter. Das Motto lautet «Klimaschutz durch Recycling».

Die Klimaschutzstiftung SENS International mit Sitz in Zürich hat im September 2010 die erste Kühlgeräterecyclinganlage Südamerikas eröffnet. An der Eröffnungsfeier waren rund 250 Gäste der brasilianischen Politik- und Wirtschaftsprominenz als auch hochrangige Vertreter der Schweiz wie Jörg Frieden, Vizedirektor des DEZA, Botschafter Wilhelm Meier und weitere Konsulatsabgeordnete vertreten. Die von der Stiftung lancierte «Swiss Climate Protection Initiative» fördert nachhaltige Klimaschutzprojekte in Schwellenländern zur Zerstörung der hochpotenten und ozonschichtschädigenden Treibhausgase FCKW. Eine Industrieanlage als Klimaschutzprojekt klingt zunächst absurd, die Zahlen überzeugen allerdings schnell: Das Projekt weist pro eingesetztem Franken die höchste Umweltrelevanz auf. Pro Jahr kann die Anlage mühelos 400'000 Kühlschränke recyceln. Ein Kühlschrank
alle 80 Sekunden, das ergibt eine jährliche Klimaschutzleistung von über 600'000 Tonnen an CO2 - Emissionsreduktionen.

In alten Kühlschränken enthaltene FCKW gehören zu den schlimmsten Klimakillern. Zwar wurden Verwendung und Gebrauch der Gase bereits 1987 mit dem Montreal Protokoll verboten, das Abkommen hat eine Regelung zur Entsorgung der FCKW aus alten Kühlgeräten jedoch schlichtweg versäumt. Allein in Brasilien sind noch immer rund 11 Millionen FCKW-haltige Kühlschränke im Umlauf, ein CO2-Emissionspotenzial von fast 20 Millionen Tonnen, das mit bisherigen Entsorgungspraktiken ungehindert in die Atmosphäre entweicht. Mit den umweltgerechten Entsorgungslösungen im Rahmen der «Swiss Climate Protection Initiative» jedoch wird diese Treibhauswirkung verhindert und kommt somit dem Klima zugute.

Um sicherzustellen, dass das Klimaschutzprojekt in Kooperation mit dem lokalen Projektentwicklungspartner Indústria Fox höchste Nachhaltigkeitsansprüche erfüllt, unterliegt es der Prüfung durch die «Swiss Charter - Klimaschutz durch Recycling». Dies ist ein Qualitätsstandard, der vom Bundesamt für Umwelt BAFU, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA sowie dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO unterstützt und empfohlen wird. Die «Swiss Charter» basiert auf den hohen Anforderungen an das Recycling elektronischer Geräte in der Schweiz und Europa. Auch das gesamte Projekt-Knowhow fusst auf zwanzig Jahren Erfahrung in der Schweizer Kühlgeräteentsorgung.

Die Realisierung des 12-Millionen-Franken-Projekts kommt durch Investitionen des Bundes und der Privatwirtschaft zustande. Das Kühlgeräterecyclingprojekt ist für die DEZA aus entwicklungspolitischer Sicht interessant, weil es gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag an den Klimaschutz und die Armutsreduktion leistet: Emissionsreduktionen einerseits, Schaffung sicherer Arbeitsplätze andererseits. Das Globalprogramm Klimawandel der DEZA engagiert sich für differenzierte und ausgewogene Lösungen im Rahmen der internationalen Klimapolitik. Insofern hat das Projekt der «Swiss Climate Protection Initiative» in Brasilien Pilotcharakter: Ziel ist, das Recyclingsystem in Brasilien nach Schweizer und europäischem Vorbild auch auf andere Länder zu übertragen: Potentiell kommen hierfür zunächst weitere südamerikanische Staaten wie auch weltweit andere Schwellenländer in Frage.

Das FCKW-Recycling-Projekt im brasilianischen Cabreúva ist wegweisend. Coop ist neben der DEZA eine der grossen Investorinnen. Sie hat in den Bau der Anlage mehrere Millionen Franken investiert. Weiter wird Coop in der Periode von 2010 bis 2012 Swiss Charter Units (Zertifikate) im Umfang von jährlich über 500'000 Schweizer Franken beziehen und so das Recycling-Projekt zusätzlich unterstützen. Coop kompensiert seit drei Jahren alle Flugtransporte, alle Geschäftsreisen mit Flugzeug und Auto sowie die Belieferung durch coop@home, wobei Projekte des WWF und neu das SENS International «Klimaschutz durch Recycling» Projekt berücksichtigt werden.

 

Stiftung SENS International
Dr. Janine van Stiphout, Projektmanagerin SCPI
Tel.: +41 43 255 21 94
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

Coop
Nicolas Schmied, Mediensprecher
Tel.: +41 61 336 71 39
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. '; document.write( '' ); document.write( addy_text57225 ); document.write( '<\/a>' ); //--> Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Jean-Bernard Dubois, Leiter Globalprogramm Klimawandel
Tel.: +41 31 322 03 14
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

 

Bild: Die Klimaschutzstiftung SENS International mit Sitz in Zürich hat im September 2010 die erste Kühlgeräterecyclinganlage Südamerikas eröffnet (SENS).

 

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