Aus dem Blog von {Sylke Gruhnwald}
Neue Medien braucht das Land, denn „Es ist an der Zeit. Zeit für ein neues Denken. Zeit für neue Ideen. Zeit für eine kleine Revolution“, so dass Magazin enorm auf seiner Website. Diesem hohen Anspruch möchte das unabhängige Wirtschaftsmagazin dezidiert nachkommen und durch das Zutun als Social Business gesellschaftliche Missstände überwinden. Und das trifft den Nerv unserer Zeit.
In der gerade erschienen Ausgabe, eine Leseprobe gibt’s kostenfrei hier, hat vor allem die Interviewkolumne von Kathrin Hartmann mein Interesse geweckt. Die Journalistin, Autorin und Bloggerin spricht mit Jan van Bochhove, dem Director Public Affairs, Communications und CSR, sprich Cheflobbyist, bei Starbucks über fairen Kaffee und „Engagement oder Imagepflege?“. Dazu bringe ich gleich die erste Korrektur an: Ökologisch angebauter und fair gehandelter Kaffee ist nicht gleichzusetzen mit „ethisch korrektem“ Kaffee. Das Fragezeichen bleibt bestehen, auch wenn Jan van Bochhoven versucht mittels drastischen Ausrufs, „Ich hasse Greenwashing“, die Bestrebungen seines Kaffeemultis zu bekräftigen.
Engagement oder Imagepflege?
Im feinen und leisen Kontrast dazu steht der Beitrag über die Teekampagne von Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship. Vor knapp 25 Jahren eine Revolution, und auch noch heute besitzt das Sozialunternehmen Modellcharakter. Die radikale Verschlankung der Zulieferkette und der Fokus auf eine einzige Teesorte, den Schwarztee Darjeeling, machen es möglich, Material und Wege intelligent einzusparen und dadurch den hochwertigen Darjeeling-Tee, First Flush, preisgünstiger anzubieten – zum Nutzen der Bauern und Kunden. Denn „[…] wir waren schon Fairtrade, als es das Wort noch gar nicht gab“, gibt Faltin den Journalisten auf Ihrer gemeinsamen Reise zu Protokoll. Ein Problem ist auch hier allgegenwärtig: der Klimawandel. Monatelang blieb im Frühjahr der Regen aus und die Flüsse zur Wasserversorgung glichen Rinnsalen. „Der Klimawandel bewirkt, dass wir uns nicht auf das Wetter verlassen können.“, so Indrunil Ghosh, einer der Manager des Unternehmens Chamong. Dieses gilt mit seinen 13 Teegärten als einer der Hauptlieferanten des Sozialunternehmens.
Auch Starbucks adressiert dieses Problem in zahlreichen Pressemittelungen. Trotzdem, oder gerade deshalb, bleibt die Frage: Engagement oder Imagepflege? enorm macht sich auf die Suche nach Antworten.
Bild: definitions-sache.de
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