Aus dem Blog von {Sylke Gruhnwald}
Auch ich kann mich Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ - „Eating Animals" nicht entziehen. Sein neues Buch, soeben auf Deutsch erschienen, wurde bereits von vielen Rezensenten behandelt. In den USA ein Bestseller, hier zu Lande wohl nur abgehängt von Thilo Sarrazins medienwirksam inszenierten Buchs „Deutschland schafft ab“. Der US-Autor Jonathan Safran Foer fordert mit „Tiere essen“ den Vegetarismus in das Zentrum unserer gesellschaftlichen Ordnung. Was mit einfachen Fragen nach dem Wie, Warum und Weshalb entlang der Nahrungskette begann, wurde schnell zu mehr; schliesslich knappe 400 Seiten, die versuchen auf bohrenden Fragen wie „Welche Folgen hat unser Fleischkonsum für die Wirtschaft, die Gesellschaft und unsere Umwelt?“ Antwort zu geben versuchen. Burkhard Müller meint dazu in der Süddeutschen Zeitung „Nichts ist so unwiderstehlich, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Ausgangspunkt Fleisch Als Auslöser für seine Auseinandersetzung mit dem Thema Fleisch gibt Jonathan Safran Foer seine Vaterschaft an. Zunächst Teilzeit- oder Gelegenheitsvegetarier, stellt er seine Essgewohnheiten und deren weitreichende Konsequenzen in Frage. Die Reise beginnt, eine dreijährige Odyssee vom traditionellen, landwirtschaftlichen Betrieb über Massentierhaltung und Schlachthof, industrielle Fleischproduktion bis hin zum Teller des einzelnen Konsumenten. Das Ergebnis ist ein kritisches Sachbuch über unseren Fleischkonsum. Sicherlich, der Autor trifft damit den Nerv unserer Zeit, eine Zeit, in der der Fleischkonsum und seine Folgen für Mensch und Natur ganz deutlich werden. Seit 1992 hat sich laut der Organisation Erklärung von Bern der Fleischkonsum verdoppelt. Um diesen Anstieg in der Nachfrage zu befriedigen, muss mehr, schneller, günstiger produziert werden. Das Futter wird auf Flächen angebaut, wo auch Nahrungsmittel für Menschen angebaut werden könnten. Bereits ein Drittel der weltweiten Ackerfläche wird zur Futterproduktion in Anspruch genommen, Anteil steigend und somit ein wesentlicher Grund für Hunger und Armut. Nutztierhaltung trägt einen guten Teil zum Klimawandel bei. „Die Ernährung ist für ein Drittel der konsumbedingten Treibhausgas-Emissionen in Europa verantwortlich. Insgesamt hat dieser Bereich einen grösseren Anteil an der Klimaerwärmung als der Bereich Wohnen,“ so der Verein eaternity auf seiner Webseite. Mit gutem Beispiel voran Mitmachen und geniessen – die Schweizer Sektion des WWF lädt morgen Dienstag, den 14. September 2010 , zum Klima Zmittag. Mitmachen können alle, die sich morgen für ein vegetarisches Menü zum Mittagessen entscheiden und somit unserer Umwelt ein kurzes Aufatmen ermöglichen. Bon appétit! Bild: amazon.ch
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