Es ist mehr möglich

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Geschrieben von: David Stickelberger, Swissolar 13.09.10
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Seit kurzem liegt die detaillierte schweizerische Solarenergie-Verkaufsstatistik 2009 vor, und sie gibt Anlass zur Freude. Denn immer mehr Bauherren setzen auch hierzulande auf Solarenergie. Doch ein Vergleich mit den Nachbarländern zeigt, dass noch viel mehr möglich wäre.

Solarwärme - schon fast StandardÜber 16'000 Sonnenkollektoranlagen für Warmwasser und Heizung mit einer Gesamtfläche von 145'000 Quadratmetern wurden letztes Jahr verkauft - ein Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr! Weitaus am häufigsten sind weiterhin Warmwasser-Anlagen für Einfamilienhäuser (10'000 Anlagen). Schätzungsweise jedes vierte neue Einfamilienhaus wird heute mit einer thermischen Solaranlage ausgestattet! Aber auch auf Mehrfamilienhäusern wurden 2500 Anlagen installiert - dieses Potenzial ist jedoch noch ungenügend genutzt, obwohl es wirtschaftlich besonders interessant ist.

In Österreich wurden im gleichen Zeitraum 356'000 Quadratmeter Kollektorfläche installiert, pro Einwohner also mehr als doppelt so viel wie hierzulande! Dank der Tatsache, dass seit Anfang 2010 alle Kantone diese Form der Solarenergienutzung fördern, haben wir gute Chancen, unsere Nachbarn in einigen Jahren einzuholen. Und langfristig ist noch viel mehr möglich, wenn man bedenkt, dass ein gut isoliertes Haus seinen Wärmebedarf zur Hälfte mit der Sonne decken kann. Bereits heute ersparen die schweizweit installierten Kollektoren der Umwelt jährlich 73'000 Tonnen CO₂.

Solarstrom: hohes Wachstum auf tiefstem Niveau

Im gleichen Zeitraum (2009) wurden 1900 Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung mit einer Fläche von etwa 280'000 Quadratmetern verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 139 Prozent! Dieser Erfolg ist der kostendeckenden Einspeisevergütung zu verdanken, die es ermöglicht, solche Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. Und es könnten noch viel mehr sein - 6000 geplante Anlagen stehen auf der Warteliste, da die Mittel für diese Förderung zurzeit ausgeschöpft sind.

In Deutschland wurden 2009 pro Einwohner über zehnmal mehr Photovoltaik-Module als in der Schweiz installiert. Dies dank der dort unbegrenzten Einspeisevergütung. In Bayern stammen bereits 3 Prozent des Stroms aus Solaranlagen, während es bei uns erst knapp 0.1 Prozent sind. Allein auf den in der Schweiz dafür geeigneten Dach- und Fassadenflächen könnte jedoch ein Drittel unseres Strombedarfs erzeugt werden. In Kombination mit anderen erneuerbaren Energien sowie dem Einsatz effizienter Geräte lassen sich damit die bestehenden Atomkraftwerke problemlos ersetzen - vorausgesetzt, dass heute die Weichen richtig gestellt werden!

 

Zur Person:

David Stickelberger ist Geschäftführer des Schweizerischen Fachverbandes für Sonnenenergie, Swissolar.

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