Ab heute sind auf den Kultursäulen der Stadt Bern fünf Plakatkampagnen von jungen Künstlern zu sehen, die dazu auffordern, sich Gedanken über Nachhaltigkeit im eigenen Leben zu machen. www.nachhaltigkeit.org unterstützt diese Aktion, die noch bis zum 22. September läuft.
„Für Nachhaltigkeit werben“ war das durch die Dozenten Christoph Stähli Weisbrod und Andréas Netthoevel gestellte Thema einer Plakatkampagne. Studierende des ersten Semesters der Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Künste Bern (HKB) hatten den Auftrag je drei inhaltstarke Gestaltungsvorschläge im Weltformat auszuarbeiten. Dabei sollten die Menschen auf der Strasse einerseits über das immer aktueller werdende Thema informiert werden, andererseits war es Aufgabe, allgemein Bekanntes wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückzurufen.
Damit die Studierenden sich tiefer ins Thema einarbeiten konnten, haben Andréas Netthoevel (Dozent Visualisieren) und Christoph Stähli Weisbrod (Dozent Typografie) ihre beiden Module für ein Quartal zusammengelegt. So konnten die Studierenden sich während insgesamt vierzehn Tagen intensiv mit Nachhaltigkeit beschäftigen. In das komplexe Gebiet der Nachhaltigkeit führte die Künstler Experte Holger Bazali von der „Foundation for Global Sustainability Zürich“ während eines Workshops ein und begleitete zudem das Projekt.
Entstanden sind fünfzehn unterschiedliche Plakatkampagnen. In einer Jurierung wurden fünf Serien für den Aushang auf den Plakatsäulen ausgewählt. Zudem werden die Plakate im Web unter „nachhaltigkeit.org“ veröffentlicht.
Schlagwortartig auf den Punkt bringen
Nach der Recherche zum Thema war eine Bildidee gesucht, die berührt, nicht plump und gleichwohl plakativ ist; eine Information auf den ersten Blick klar transportiert und diese auf originelle Weise in den Köpfen der Betrachtenden verankert. Im Kommunizieren des Inhaltes, reduziert auf „ein Bild“ lag die Herausforderung, nicht nur etwas ästhetisch Ansprechendes, sondern auch Smartes auszuarbeiten. Beachtet werden musste zudem, dass eine Idee immer auch abhängig vom Wissensstand des Zielpublikums ist. Zudem ist ein Plakat ein Medium, auf dem direkt, also „schlagwortartig“ und nicht „erzählend“, kommuniziert werden muss. Aditives Gestalten, das heisst, das Aneinanderreihen von Botschaften, das Aufzählen von Inhalten und das Zusammenfügen derselben in einer Art Puzzle, sind deshalb für ein Plakat ungeeignet. Das gilt sowohl für die Bildidee, als auch für die Botschaften, die in Textform aufgeführt sind.
Für die Studierenden galt weiter: Bleibe bei Deinen Möglichkeiten. Das bedeutet, dass das Bauen von teuren Szenenbildern, das Hinzuziehen von Fotoprofis oder anderen Expertenpersonen nicht möglich war.
Unterschiedlichste Bilder
Aber die Bedingungen beflügelten eher die Ideenfindung: Die Studentin Rebecca Kunz beispielsweise wirft die Frage auf, ob unsere Nahrungsmittel mehr Zeit auf Reisen verbringen sollen, als sie zum Wachsen brauchen und illustriert das sehr prägnant. Selina Kallen macht in eigenständigen Illustrationen auf die selbe Problematik aufmerksam und ergänzt Gezeichnetes mit verbalen Fakten. Selina Bernet ihrerseits geht von einem allseits bekannten, hoffnungsvollen Sprichwort aus und stellt diesem clever eingesetzte Zeichnungen von Tieren zur Seite. Boris Siebs setzt seinen Fokus auf grosse Headlines und schafft es, diesen mit einem präzisen typografischen Eingriff die nötige Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, wobei er diese Aufmerksamkeit gleich mit vertiefenden Botschaften in einer zweiten Ebene belohnt. Und Chloé Genet lockt mit ihren Aktionsplakaten in klassischer Manier schnäppchengeile Konsumentinnen und Konsumenten in ihre Reichweite, um diesen mitzuteilen, wie Verantwortungslos eine solch geizige Haltung ist.
All diese Ideen sind auf klimaneutral produzierten Weltformatplakaten vom 9. bis zum 22. September auf den Kultursäulen der Stadt Bern zu entdecken. Ein Beitrag der HKB zu einem wichtigen Thema, bei uns in der Stadt und anderswo.
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