Bern - Die Bemühungen der Schweiz zum Schutz ihrer Biodiversität haben erste Anzeichen von Erfolg gebracht, insbesondere im Wald und in den Landwirtschaftsgebieten. Wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilt, wurde aber das von der internationalen Staatengemeinschaft festgelegte Ziel, bis 2010 den Biodiversitätsverlust substanziell zu verlangsamen, nicht erreicht. So laute das Fazit des vierten Berichts, den die Schweiz am 6. September der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen vorgelegt habe. Verwandte Themen| { Dem Klima auf der Spur, 27.08.10 } | | { Umwelt schützen lernen, 17.06.10 } | | { Neue Bio-Revolution steht an, 28.04.10 } | | { Analyse der Umweltpolitik, 08.03.10 } | | { Für ein gesundes Klima, 04.03.10 } | | { Biodiversität braucht einen Preis, 15.02.10 } | | { Vielfalt fördert Lebensqualität , 09.02.10 } | | { Biodiversität stärken, 27.01.10 } | | { Gemeinsames Engagement , 07.01.10 } | | { Es ist bereits fünf nach zwölf, 16.12.09 } | | { Klimaschutz darf nicht schaden, 27.11.09 } | | { Bio flächendeckend, 29.10.09 } | | { An Klimawandel anpassen, 15.09.09 } |
Gestützt auf verfügbare Daten und Beobachtungen zum Zustand der Biodiversität und über ihre wahrscheinliche Entwicklung in den kommenden Jahren räume die Schweiz in ihrem 4. Bericht an die Konvention ein, dass der Biodiversitätsverlust bis 2010 nicht in ausreichendem Masse verlangsamt werden konnte. Damit hat sie - wie die meisten anderen Länder - das erklärte Ziel der internationalen Gemeinschaft für das Jahr 2010 verfehlt, schreibt Bafu. Auch die Mehrheit der Teilziele wie die Förderung der Erhaltung von Ökosystemen und Lebensräumen, die Förderung der Erhaltung der Artenvielfalt oder die Förderung der nachhaltigen Nutzung und des nachhaltigen Verbrauchs von Biodiversität seien nicht erreicht worden. Wenn auch insbesondere im Wald und in den Landwirtschaftsgebieten Fortschritte erzielt worden seien, reichten sie jedoch nicht aus, um die langfristige Erhaltung der Artenvielfalt zu garantieren. In der jüngsten Vergangenheit wurden neue Instrumente entwickelt, darunter die Pärke von nationaler Bedeutung sowie die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA), heisst es. Allerdings würden diese ihre Wirkung erst nach einiger Zeit entfalten. Ausserdem sei die Schweiz dabei, eine nationale Biodiversitätsstrategie zu entwickeln. Der Bericht identifiziere ferner fünf Bereiche, um die heutige Situation zu verbessern: Die Biodiversität sei auf ausreichende Flächen von guter Qualität angewiesen; die Artenvielfalt und der Nutzen der Ökosysteme müssten in den Sektoralpolitiken wie etwa in der Landwirtschaftspolitik, in der Raumplanung und im Fremdenverkehr verstärkt berücksichtigt werden; auch der Privatsektor sei einzubinden; ebenso müsse das Bewusstsein der Bevölkerung und der Gesellschaft im Allgemeinen für die zentrale Bedeutung der Biodiversität für unsere Existenz gestärkt werden; und schliesslich gelte es, die internationale Biodiversitätspolitik zu intensivieren, wobei insbesondere die nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt weltweit zu fördern sei. Zusammen mit den übrigen 192 Vertragsparteien der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen wird die Schweiz anlässlich der Weltbiodiversitätskonferenz vom 18. bis zum 29. Oktober in Nagoya (Japan) über ihre Bemühungen zum Schutz der Artenvielfalt Rechenschaft ablegen, berichtet Bafu. An dieser Konferenz solle ausserdem die weltweite Politik zum Schutz der Biodiversität mittel- und langfristig (bis 2020 beziehungsweise 2050) definiert werden. Bereits am 22. September werde sich die 65. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York im Rahmen einer Sonderdebatte mit dem Thema Biodiversität befassen. (eg)
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