Zürich - Ein Schweizer Architekt hat ein Haus entworfen, das über Katastrophengebieten abgeworfen werden kann. Nun gelangt er mit der Idee an UNO-Präsident Deiss. Das berichtet der Tages-Anzeiger. So könnten laut der Zeitung die Flutopfer in Pakistan davon profitieren. Davon sei der pensionierte Schweizer Architekt Hansruedi Bolliger überzeugt. Die Häuser könnten per Fallschirm in unzugängliche Gebiete gebracht werden. Bolliger nenne seine Erfindung "Lebensretterhaus". Das Prinzip sei einfach: Das ganze Haus habe Platz in einem drei Meter langen und 1,2 Meter breiten Rohr. Eine Küche mit Holzherd und eine mit Sonnenenergie betriebene Platte seien darin verstaut, zudem eine Toilette und ein Wassertank. Der Fallschirm wird nach der Landung in ein Zelt-, später in ein Hausdach und einen Regenwassersammler umfunktioniert, schreibt Tages-Anzeiger. Das Ganze wiege 150 Kilo und deswegen müsse man die Leute informieren, bevor man die Lebensretterhäuser abwerfe, sagt laut Tages-Anzeiger Bolliger. Seine Idee existiere indes erst auf dem Papier. Bisher habe das Geld gefehlt, um einen Prototyp herzustellen. Auf 60.000 bis 100.000 Franken schätze er die Kosten für Bau und Probeabwurf aus einem Helikopter – eine Summe, die er nicht aufbringen könne. Deshalb hofft er, dass ein Hilfswerk oder eine internationale Organisation sein Projekt unterstützt, schreibt Tages-Anzeiger. 1978 habe er seine Idee erstmals zu Papier gebracht. Und als er die Kirche von Meilen renovierte, nutzte er die Gelegenheit und liess ein Modell seines Lebensretterhauses im Massstab 1:10 vom Kirchturm segeln, heisst es. "Der Test klappte einwandfrei." Trotzdem erhielt Bolliger keine Unterstützung. So bat er Prominente um Hilfe, schrieb den Bundesräten und reiste zu Jimmy Carter in die USA, heisst es. Alle seien «begeistert» gewesen, mehr aber nicht. Zuletzt habe er aufmunternde Schreiben aus den Departementen von Micheline Calmy-Rey und Doris Leuthard erhalten. Nun ruhten alle seine Hoffnungen auf Joseph Deiss, dem früheren Bundesrat und angehenden Präsidenten der UNO-Generalversammlung. Via Internet und mit Sammelbögen trage Bolliger Unterschriften zusammen für eine Petition, die den Präsidenten bittet, den Bau eines Prototypen und eine Testserie zu finanzieren. Petition, Pläne und Kostenvoranschlag wolle er am 10. September Joseph Deiss zukommen lassen. Vier Tage später beginne die UNO-Generalversammlung. Als deren Präsident könne Deiss eigentlich nur Bittgesuche von Mitgliedsstaaten entgegennehmen. Ausserdem habe die Generalversammlung weder Exekutivgewalt, noch könne sie Projekte realisieren. Allenfalls liesse sich Bolligers Projekt von einer spezialisierten UNO-Unterorganisationen verwirklichen, hiess es laut Tages-Anzeiger in New York. (eg)
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