Eine Gruppe von Teilnehmern des Klimacamps 2010 in Gals berichtet: Seit dem Klimacamp 2010 in Gals steht auf dem Gelände in Cornaux, wo ein Gaskraftwerk geplant ist, eine Eiche. Um ihrem Bleiberecht bessere Chancen zu verschaffen, greifen die Klimaschützer zu neuen Methoden: Ihr offizielles Gesuch zur Feststellung von Wald begründet eine besondere Schutzfunktion. Der Baum könnte Unglaubliches leisten: Er wäre in der Lage so viel CO2 zu kompensieren, wie fast 4000 Quadratkilometer (*) schweizer Wald.
Die Gruppe nimmt Bezug auf die eidg. Waldverordnung. Gemäss Art. 1 Abs. 2 (WaV) erfüllt eine bestockte Fläche nämlich die Definition eines Waldes im juristischen Sinn unabhängig von Alter und Anzahl der Bäume, wenn diese in besonderem Masse eine Wohlfahrts- oder Schutzfunktion erfüllt. Verwandte Themen| { Der Kampf um den Weizen, 12.08.10 } | | { CO2 vergiftet die Arktis, 02.08.10 } | | { Klimastiftung hilft beim CO2-Sparen, 19.07.10 } | | { Open Air als CO2-Schleuder, 12.07.10 } | | { Analyse der Umweltpolitik, 08.03.10 } | | { Klimaschutz kann nicht warten, 21.12.09 } | | { Ein Ziel, aber noch kein Weg, 21.12.09 } | | { Dämpfer für das Klima, 16.11.09 } | | { CO2-Anstieg aus Menschenhand, 24.09.09 } | | { An Klimawandel anpassen, 15.09.09 } |
“Dieser Baum verhindert nämlich eine Lawine von 800'000 Tonnen CO2 pro Jahr. und schützt das “globale Bergdorf Schweiz“ vor gravierenden Folgen der Klimaerwärmung; ähnlich wie ein Schutzwald ein Bergdorf vor Schneelawinen schützt. Hierzulande reduziert dieser Baum u.a. das Risiko von Dürreperioden, Unwettern und abschmelzenden Gletschern, die eine echte Gefährdung unserer Landwirtschaft und unserer Trinkwasserversorgung darstellen. Um einen klaren Zusammenhang zur eidg. Waldgesetzgebung herzustellen, mussten wir uns in unserem Gesuch auf die Folgen für die Schweiz und unsere schützenswerten Interessen als Einwohner beschränken.“ erklärt Reto Gasser.
Julia Ritschard bedauert: “Leider sind die weltweiten Folgen der Klimaerwärmung juristisch kaum relevant. Diese werden aber weit erschreckender sein: Hunderte Millionen Menschen wohnen in Gebieten die austrocknen oder überflutet werden, wenn die Industrienationen ihre Verantwortung die CO2 Emissionen zu senken nicht endlich wahrnehmen. Neue Gaskraftwerke stehen dieser Verantwortung buchstäblich im Weg. Deshalb pflanzten wir dem geplanten Gaskraftwerk in Cornaux hoffnungsvoll unsere Eiche in den Weg.“
* berechnet aus folgenden Angaben: Schweizer Waldfläche 12'798 Km2 (31% der Landesfläche) nimmt rund 2,6 Mio t CO2 auf (1000 kt C/ a x 2.6u = 2,6 Mio. t CO2) (1000 kT C/ a siehe http://www.sysecol2.ethz.ch/Articles_Reports/AF_ParlamentarierTreff_2003/index.htm)
Weitere Informationen:
Klimacamp
Reto Gasser Telefon: 077 466 36 02
Julia Ritschard Telefon. 079 575 91 29
Bild: www.klimacamp.ch
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