Bern - Das Bundesamt für Umwelt hat das Projekt Parc Adula der Kantone Graubünden und Tessin gutgeheissen. Damit kann in der Schweiz ein zweiter Nationalpark errichtet werden.
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat in diesem Jahr drei Gesuche für Pärke von nationaler Bedeutung gut geheissen. Dabei handelt es sich um die beiden Gesuche um globale Finanzhilfen für die Errichtung des Nationalparks Parc Adula der Kantone Graubünden und Tessin sowie des Regionalen Naturparks Urschweiz der Kantone Uri und Nidwalden. Für den Regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair hatte der Kanton Graubünden einen Antrag um Verleihung des Parklabels gestellt.
Der Parc Adula ist der erste Kandidat für einen weiteren Nationalpark in der Schweiz. Das BAFU gewährt den Kantonen Graubünden und Tessin für die Errichtung des Nationalparks rund um das Rheinwaldhorn und den Adula Finanzhilfen in der Höhe von voraussichtlich 686'000 Franken für die Jahre 2010 bis 2011. Das Gebiet des geplanten Nationalparks umfasst rund 1000 Quadratkilometer rund um die Greina-Hochebene. Damit könnte der Parc Adula der erste Nationalpark nach neuer Gesetzgebung werden, die vollständig auf dem Ansatz der Freiwilligkeit und der partizipativen Entstehung in den Regionen beruht. Der bereits seit 1914 bestehende Schweizerische Nationalpark basiert auf den ihm eigenen gesetzlichen Vorgaben von 1980, Nationalparkgesetz.
Urschweiz erhält Naturpark
Der Naturpark Urschweiz erhält Finanzhilfen für die Errichtung als Regionaler Naturpark in der Höhe von 289'000 Franken für die Jahre 2010 bis 2011. Dem Regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair hat das BAFU das Parklabel für die Dauer von zehn Jahren ab 1. Januar 2011 zugesprochen.
In der Schweiz gibt es somit nun vier Pärke von nationaler Bedeutung, 15 Pärke in Errichtung und den Schweizerischen Nationalpark. Die Gesamtfläche beträgt nun etwa 7300 Quadratkilometer, etwa 18 Prozent der Schweizer Landesfläche oder etwas mehr als die Fläche des Kantons Graubünden.
Der Bund fördert die Errichtung, den Betrieb und die Qualitätssicherung von Pärken. Ab 2012 stehen dafür pro Jahr 10 Millionen Franken zur Verfügung. (stk)