Merkel am Wasser

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Geschrieben von: Redaktion 27.08.10
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Rheinfelden - Bundeskanzlerin Merkel hat am Freitag den Bau des Kraftwerks Rheinfelden besichtigt. Die grenzüberschreitende Anlage soll eine Kapazität von 100 Megawatt haben.

Im Rahmen ihrer Energiereise besuchte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heute die zurzeit grösste Baustelle eines Laufwasserkraftwerks in Europa, den Neubau das Wasserkraftwerks der Energiedienst AG in Rheinfelden. Begrüsst wurde sie von Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, und Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Auf dem gemeinsamen Rundgang mit Urs Hofmann, Landstatthalter des Kantons Aargau, Stefan Mappus, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Rainer Brüderle, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, informierte sich die Kanzlerin über den Neubau und besichtigte das Maschinenhaus sowie die Leitwarte des Kraftwerks.

Industrieland braucht Strom

Bundeskanzlerin Merkel betonte die Bedeutung der sauberen Wasserkraft: "Jede fünfte Kilowattstunde Strom wird durch Wasserkraft bei den Erneuerbaren Energien erzeugt. Davon wieder 90 Prozent durch die so genannte grosse Wasserkraft. Wir wollen das Zeitalter der Erneuerbaren Energien erreichen, aber wir wollen als Industrieland ein Land sein, das wesentlich in der Lage ist, seinen Strom selbst und wirtschaftlich zu erzeugen."

Martin Steiger zeigte sich über den Besuch der Kanzlerin am geehrt. "Wir sind sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz in den Märkten erfolgreich. Dem sich öffnenden Schweizer Strommarkt wollen wir uns künftig noch intensiver widmen."

Urs Hofmann betonte den grenzüberschreitenden Charakter des Kraftwerks: "Das gemeinsame Kraftwerk ist Symbol für die partnerschaftliche Nutzung natürlicher Ressourcen. Mit seinen über 100 MW Leistung wird es eines der grössten innerhalb Europas sein. Die Schweiz will wie die anderen Staaten Europas den erneuerbaren Energie zu mehr Durchschlagskraft verhelfen Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union. Aber im Bereich der erneuerbaren Energien sind wir echte Europäer."

Kapazität wird fast vervierfacht

Seit 2003 baut die Energiedienst AG das neue Kraftwerk in Rheinfelden. Es nutzt das vorhandene Energiepotenzial der Rheinfluten besser als die bisherige Anlage. Die Leistung des Neubau wird rund 100 Megawatt (MW) betragen; das alte Kraftwerk erreichte 25,7 MW. Die jährliche Stromproduktion von 185 Millionen wird mehr als verdreifacht und auf 600 Millionen Kilowattstunden wachsen. Damit können rund 170.000 Haushalte mit Strom versorgt werden, der ohne CO2-Emissionen produziert wird. Der Neubau liegt genau im Zeit- und Kostenplan. Seit Juni 2010 produziert die erste Maschinengruppe Strom, Ende Juli 2010 ging die zweite Maschinengruppe in den Probebetrieb. Bis Ende des Jahres werden die beiden anderen Turbinen folgen.

Platz für Biber und Fische

Auch hinsichtlich der Ökologie setzt das neue Kraftwerk Massstäbe. Es ist das erste Bauprojekt dieser Art, das einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen wurde. 65 ökologische Aufwertungsmassnahmen werden dafür sorgen, dass Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen im Einklang mit der Natur möglich ist. Fische, Vögel, Biber und andere Wildtiere werden auch künftig in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk leben. Kern der Massnahmen ist ein naturnahes Aufstiegs- und Laichgewässer, das auf einer Länge von 900 Metern im alten Kraftwerkskanal entsteht. Es ist nicht nur eine Möglichkeit für Fische, das Stauwehr zu umgehen, sondern wird für viele Tiere und Pflanzen eine neue Heimat werden. (stk)

 

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