Der Bauer verliert seine Selbstachtung mit der morgendlichen Lektüre des Wetterberichts. Hat er, seit er den Wetterbericht liest, hört oder schaut, je eine bessere Entscheidung für sein Land getroffen, als damals, wo er den kommenden Regen und Wetterumsturz noch einzig aus seinen Knochen und Narben ablas?
Der Wetterbericht distanziert ihn von seinem Gefühl für das Land. Der Bauer horcht nicht mehr im Jetzt auf die Anzeichen des Kommenden, sondern wartet nur noch auf das Eintreffen dessen, was andere ihm vorhersagen. Anstatt wie früher seine Kulturen so gemischt anzulegen, dass der überwiegende Anteil jedweder Witterung widersteht, baut er nunmehr nur noch nach dem herrschenden Subventionskatalog an und verlässt sich ansonsten auf den Wetterbericht und dem zur Wettervorhersage passenden Pflanzenschutzmittel.
Der Wetterbericht lässt glauben, der Natur stets einen Schritt voraus zu sein, doch hat man mit dem Vertrauen auf den Wetterbericht im Grunde längst das Vertrauen in die eigene Intuition, das heisst die Essenz des bäuerlichen Existierens verloren.
Bild: BNIC / Stéphane Charbeau
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