Erst im November vergangenen Jahres gegründet, wurde die Noa-Bank am vergangenen Mittwoch von der deutschen Finanzaufsicht BaFin geschlossen. Nun besteht eine Strafanzeige gegen Bankgründer Francois Jozic und Geschäftspartner Frederic Lodwyk, schreibt AFP. Im Augenblick werde geprüft, ob es zu Ermittlungen komme, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts.
Die Anzeige richte sich gegen Geschäfte der Noa-Bank-Tochter Noa Factoring, die am Mittwoch Insolvenz angemeldet hatte. Das Geschäft von Noa Factoring bestand darin, Unternehmen Forderungen gegenüber deren Kunden abzukaufen und das Geld dann selbst einzutreiben - das sogenannte Factoring.
Die Noa Bank versuchte, sich vor dem Hintergrund der Finanzkrise als Alternative auf dem deutschen Markt zu positionieren. Sie versprach, die Kundengelder transparent als Kredite an Firmen zu vergeben. Die Kunden konnten sich aussuchen, in welche Wirtschaftsbereiche ihr Geld als Unternehmensdarlehen fließen soll: Region, Umwelt, Gesundheit oder Kultur. Inzwischen werden starke Zweifel daran gehegt, ob die Gelder tatsächlich dort landeten, wo sie landen sollten.
Seit Gründung hatte das das Institut 15.000 Kunden gewonnen und 300 Millionen Euro Spareinlagen eingesammelt. Und das Aus trifft laut Informationen der Stuttgarter Zeitung in Deutschland etwa 13.000 Privatanleger sowie etliche Dutzend Mittelständler, die an die Tochter des Instituts Forderungen abgetreten haben. Für die Kunden werde das mündliche Versprechen der Bundesregierung vom Oktober 2008, wonach Bankeinlagen auch oberhalb der gesetzlichen Mindestsicherung sicher seien, nicht greifen, heisst es. "Nach unseren Kenntnissen ist die drohende Insolvenz der Noa Bank keine Folge der Finanzkrise, sondern auf Managementfehler zurückzuführen", so ein Sprecher des Finanzministeriums gegenüber der Zeitung.
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