Zürich - In einer ersten Aktion hat die Umweltorganisation umverkehR gestern im Interregio Basel-Zürich die Einführung von Parkuhren in den Zugabteilen gefordert; wer in Zukunft sitzen möchte soll für einen Sitzplatz pro halbe Stunde 1.- Franken bezahlen.
Die nicht ganz ernst gemeinte Aktion zeigt eine Alternative zur Billet-Preiserhöhung der SBB auf. Denn einseitige Tariferhöhungen beim öffentlichen Verkehr führen zu einer Wettbewerbsverzerrung. Die ÖV-Tarife sollen darum in Zukunft nur dann erhöht werden, wenn parallel auch die Kosten für den motorisierten Individualverkehr (MIV) steigen. Bundesrat und Parlament sind nun gefordert Massnahmen zu ergreifen, damit die Bahnreisende gegenüber dem Autofahren nicht benachteiligt wird.
Hintergrund der Aktion sind die Tariferhöhungen der SBB auf Ende Jahr. Zwischen 2006 und 2010 sind die SBB-Tarife fast doppelt so stark wie die Teuerung gestiegen und deutlich stärker als die Benzinpreise. «umverkehR ist nicht grundsätzlich gegen höhere Tarife für den ÖV», so Christian Harb. «Die ÖV-Tarife dürfen aber in der Zukunft nur dann steigen, wenn auch die Kosten für das Auto erhöht werden – ansonsten kommt es zu einer Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der Umwelt» ergänzt Harb. Die wachsenden Infrastrukturausgaben dürfen zudem nicht den Bahngästen überwälzt werden, dazu muss die Politik Lösungen suchen. Ansonsten verliert der öffentliche Verkehr – der heute immer noch günstiger als das Auto ist – an Attraktivität. (ya)
Film zur Aktion: http://www.youtube.com/watch?v=fVlSCCI019o
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