Der weltweite Konsum an Gütern und Dienstleistungen hat sich in den vergangenen 50 Jahren versechsfacht. Der Verbrauch von Metallen hat um das Sechsfache, derjenige von Öl um das Achtfache und des Gases um das Vierzehnfache zugenommen. Auch wenn diese Entwicklungen durch die aktuelle Wirtschaftslage etwas verlangsamt wird, führt das Erwachen der Giganten Brasilien, Russland, Indien und China mittelfristig zu einer Verknappung und damit Verteuerung von Rohstoffen in ungeahntem Ausmasse.
Um die klimatischen Veränderungen in einem Mass zu halten, welches eine Anpassung der Gesellschaft und der Wirtschaft zulässt, bedarf es der drastischen Verringerung klimarelevanter Emissionen. Und wenn das globale Angebot an Erdöl aufgrund beschränkter Vorkommen in den kommenden Jahrzehnten zurückgeht, bringt das gigantische Umwälzungen in der Nahrungsmittelerzeugung, der industriellen Produktion, der Mobilität und im Zusammenleben in den urbanen Zentren.
Die zunehmend ungleiche Verteilung von Nahrung, Gesundheit und Wohlstand äussert sich in Phänomenen wie dem fehlenden Zugang jedes fünften Menschen zu sauberem Trinkwasser oder der fehlenden medizinischen Grundversorgung jedes dritten Erdenbürgers. Sie führen zu sozialen Spannungsfeldern ähnlich den tektonischen Bewegungen, die sich früher oder später in Erdbeben lösen.
Die menschenwürdige Bewältigung solcher nachhaltigkeitsrelevanter Herausforderungen erfordert grosse Innovationsschübe in Staat und Wirtschaft, global wie auch lokal. Jede Organisation ist mit diesen Herausforderungen über ihre Märkte, die Rohstoffe, die Kunden- und Lieferantenbeziehungen oder die Geldgeber konfrontiert. Für viele Organisationen ist es allerdings auch eine Herausforderung, das Thema «Nachhaltige Entwicklung» erfolgreich in die eigene Politik und die Prozesse zu integrieren.
Die Formulierung einer Nachhaltigkeitspolitik mit einem Bekenntnis zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dreifachwertschöpfung ist sicher ein Anfang. Die Verbesserung der Rentabilität durch Ökoeffizienz oder der Aufbau eines gesellschaftlichen Vertrauenskapitals sind dann aber solide Handwerke, welche ein breites Set an fundierten fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen erfordern.
Umwelt und Sozialverantwortung werden heute in integrierte Managementsysteme integriert. Einst als Kostenfaktor und als verhindernde, polarisierende Kraft angesehen, die man am Besten an eine technische Fachstelle delegiert, sind Umwelt- und Sozialengagement heute zunehmend ganz oben in der Organisation angesiedelt und zählen zur strategischen Kraft des Topmanagements.
sanu | bildung für nachhaltige entwicklung sanu bietet seit 21 Jahren beste praxisorientierte Erwachsenenbildung im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich an. Kunden aus der ganzen Schweiz und dem Ausland erwerben die nötigen Kompetenzen für das verantwortliche Management von Firmen, Gemeinden, Städten und Verbänden. Verantwortliches Management heisst langfristigen Nutzen schaffen, ohne Dritte zu schädigen und bedeutet, die Verantwortung der Organisation gegenüber der Gesellschaft, der Umwelt und der wirtschaftlichen Wertschöpfung gleichermassen und dauerhaft wahrzunehmen. Der Angebotsbereich umfasst Lehrgänge, Seminare, Tagungen, aber auch Inhouse-Schulungen und Moderationen für Firmen, Verwaltungen und Organisationen. Entsprechend hat sich das Profil gesuchter Personen radikal gewandelt - hin zu Personen mit fundierten Kompetenzen im ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Visionäres Denken ist ebenso gefragt wie Innovationsfähigkeit und Pragmatismus. Gefragt ist die Fähigkeit, in unvorhersehbaren Situationen nachhaltigkeitsrelevante Probleme zu erkennen, Lösungen unter Einbezug der wichtigsten Interessengruppen zu erarbeiten und in verantwortlicher Weise umzusetzen. Gesucht sind keine Einzelkämpfer, sondern partnerschaftliche Gestalter mit hoher Professionalität in der Kommunikation und – last but not least – mit einer menschenfreundlichen Haltung.
Wer ist speziell betroffen?
Jede Organisation hat heute ein Interesse, mit Ressourcen- und Energieoptimierung Kosten zu sparen, durch die Einhaltung des Gesetzes kostspielige Rechtsfälle zu vermeiden und über die Berücksichtung der Bedürfnisse wichtiger Anspruchsgruppen ein Vertrauenskapital aufzubauen, von dem sie im Falle einer Krise zehren kann.
Besondere Chancen haben rohstoff- und energieintensive Branchen infolge des ökonomischen Optimierungspotenzials. Produzenten von Gütern mit grosser physischer Nähe zum Kunden wie Nahrungsmittel, Textilien, Schmuck, Spielzeuge etc. differenzieren sich mit ihrem Engagement in Nachhaltiger Entwicklung erfolgreich in gesättigten Märkten. Konsumenten wollen a priori kein gesundheitlich bedenkliches Produkt essen, ihre Kinder nicht mit Spielzeugen, welche unter sozial kritischen Bedingungen produziert wurden, spielen lassen und ihre Partner nicht mit Edelstein- und -metallschmuck beschenken, dessen Gewinnung Landschaften zerstört oder Menschenleben kostet. Börsenkotierte Unternehmen sind speziell motiviert, sich gegen Negativschlagzeilen wirtschaftlicher, ökologischer oder sozialer Art abzusichern. Und reifere Unternehmen stärken ihre allfällig nachlassende Innovationsleistung, indem sie sich der scheinbar unmöglichen Herausforderung der Dreifachwertschöpfung stellen.
Viele Bildungsangebote sprechen Nachhaltigkeits-, Umwelt- oder Qualitätsmanager an. Weil das Thema jedoch alle Ebenen einer Organisation betrifft, sind auch HR-Verantwortliche, Einkäufer, Produktentwickler, Finanzverantwortlicher und die Geschäftsleitung angesprochen. Der Bedarf an Personen mit Kompetenz in Sustainability wächst rasant. Weltweit wird er auf über 6 Millionen und in der Schweiz auf über 30'000 geschätzt. Personen mit interessantem Profil ist deshalb heute eine Sinn stiftende Arbeit und eine berufliche Karriere sicher.
Was bringt’s?
Eine Organisation mit gutem Nachhaltigkeitsmanagement reduziert ihren Energie- und Ressourcenverbrauch und ihre Emissionen. Sie spart Kosten, stärkt die Innovationskraft und eröffnet neue Märkte. Denn der Wunsch nach einer umwelt- und sozialgerechten Zukunft steigt bei einem wachsenden Segment an kaufkräftigen Konsumenten und ändert deren Ansprüche.
Eine Organisation, welche ihre Umwelt- und Sozialperformance im Griff hat, bildet soziales Vertrauenskapital bei Interessensgruppen wie Investoren, Versicherungen, Behörden, NGO, Medien. Sie betreibt Risikomanagement und schafft sich Zugang zu neuem Kapital. Reputationsschäden durch selber ausgelöste Umweltkatastrophen oder unethisches Verhalten sind insbesondere bei börsenkotierten Organisationen unter Umständen existentiell.
Eine internationale Befragung von mehr als 1’600 Unternehmen durch KPMG ergab, dass 39% der Befragten einen verbesserten Unternehmenswert als Motiv der Integration von Sustainability angegeben haben. 21% nannten erhöhte Marktanteile und ungefähr die Hälfte die Mitarbeitermotivation.
Wie vorgehen?
Die Umsetzung einer Nachhaltigkeitspolitik mündet früher oder später in die stufengerechte Sensibilisierung, Motivierung und Befähigung der Mitarbeitenden. Kompetenzen in Recht, Umwelt- und Sozialmanagement, ein breites und fundiertes Umweltwissen sowie Erfahrung mit betrieblichen Prozessen sind gefragt. Besondere wichtige Themen in der nachhaltigen Bildung sind Energie, Mobilität, Bauen, Corporate Social Responsibility oder nachhaltiges Investment. Kompetenzen im Bereich General Management und Unternehmensführung sind unabdingbar. Hinzu kommen Schlüsselqualifikationen im methodischen und kommunikativen Bereich.
Es versteht sich, dass solch umfassende Profile nicht einfach einer Weiterbildung entspringen, sondern das Ergebnis einer Kombination von solider Grundbildung, reicher Branchenpraxis, gezielt ergänzender Weiterbildung und Lernen am Arbeitsplatz sind. Durch geeignete Zusammensetzung der innerbetrieblichen Teams und deren Ergänzung mit externen Coaches oder gezielter Weiterbildung «on the Job» baut eine Organisation die erforderliche Breite an Kompetenzen auf.
Reiches Bildungsangebot - sorgfältige Wahl
Die heutige Bildungslandschaft bietet ein reiches, aber unübersichtliches Angebot für den Erwerb eines Teils der geforderten Kompetenzen. Klarheit schafft der Schweizerische Bildungsführer Umwelt und Nachhaltige Entwicklung mit einer Analyse von über 150 Weiterbildungsangeboten und mit systematischen Entscheidungshilfen.
Weiterbildungen erfordern grosse Investitionen an Geld und Zeit. Kriterien der Wahl sind nebst der inhaltlichen Ausrichtung auch die Methodik und die Qualität. Wie gut bereitet eine Aus- oder Weiterbildung auf die jeweiligen Praxisanforderungen vor - und dies auch bezogen auf die Umsetzungskompetenz? Qualitätslabels wie «eduQua» oder ISO 9001 können Hinweise darauf geben. Der persönliche Kontakt zu den Institutionen und zu ehemaligen Kunden erlaubt zusätzliche Schlüsse. Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit persönlichen Zielen, den Möglichkeiten des Arbeitsmarktes und geeigneten Bildungsgängen bietet sich eine persönliche Bildungsberatung an.
Warum KMU?
Für KMUs ist Nachhaltigkeit relevant, weil sie seitens grosser Unternehmen immer häufiger von Lieferanten und Zulieferern verlangt wird. KMUs haben zwar weniger Ressourcen, aber sie können dafür von einer geringeren Komplexität der Organisation profitieren und sind flexibler. Kluge KMU setzen deshalb gerade in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage auf einen Wandel, der nicht bei Geldspritzen und Staatsintervention, sondern beim Wissen und bei kreativer Intelligenz ansetzt. Nicht Regierungen und Notenbanken führen die Wirtschaft in die Zukunft, sondern Organisationen mit der Kompetenz zu verantwortungsvollem Führen.
Dieser Text wurde von Gaby Oetterli, Anne-Christine Chappot und Peter Lehmann verfasst - alle verantwortlich tätig für sanu | bildung für nachhaltige entwicklung.
Weitere Information:
Weiterbildungen von sanu
"Sicherung der Umweltrechtskonformität in Ihrem Unternehmen" Mehr Nutzen durch effiziente Verknüpfung der Bereiche Qualität, Umwelt, Sicherheit und Sozialverantwortung. Zertifikatskurs für Umwelt-, Qualitäts-, Sicherheitsverantwortliche, Projektleiter, Mitglieder der Geschäftsleitung und Kader in Unternehmen und Verwaltungsstellen. Daten: 7. und 14. September 2010 Informationen: www.sanu.ch/angebot
Zertifikatskurs "Integrierte Managamentsysteme" Jedes Unternehmen ist zur Einhaltung der Umweltschutz-Gesetzgebung verpflichtet. Um dies zu erreichen, muss es nicht nur herausfinden, welche Vorschriften das Unternehmen selber betreffen, sondern sich auch vergewissern, dass diese in den verschiedenen Unternehmensbereichen umgesetzt werden. Daten: 16-17.11.2010, 7.12.2010, 25.-26.01.2011 und 9.03.2011 Informationen: www.sanu.ch/angebot
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