Zürich - Für einen wirksamen Schutz von Schafherden vor Wölfen fehlt in der Schweiz allmählich das Geld. Der Zentralschweizer Herdenschutzbeauftragte Oli Hess wird einer Meldung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (lid) zufolge Ende des Jahres zurücktreten, weil die Ausbildung der Hütehunde für ihn nicht mehr kostendeckend ist.
Heute gebe es in der Schweiz rund 200 einsatzbereite Herdenschutzhunde, sagte der Zentralschweizer Herdenschutzbeauftragte Oli Hess in der Sendung „10 vor 10“. Dafür stelle der Bund aber immer noch gleich viel Geld zur Verfügung wie vor ein paar Jahren, als man noch rund halb so viele Hunde hatte. Für ihn selber sei die Ausbildung der Hunde nicht mehr kostendeckend, er werde deshalb per Ende Jahr aufhören.
Kurt Eichenberger vom WWF bezeichnete den Rücktritt von Hess gemäss der lid-Meldung als Alarmsignal. Der Bund müsse dringend mehr Geld für den Herdenschutz bereitstellen, sonst werde der Konflikt auf dem Buckel der Bauern ausgetragen. Derzeit stehen 830.000 Franken zur Verfügung. Das sei zu wenig, sagte auch Adrian Aeschlimann vom Bundesamt für Umwelt gegenüber „10 vor 10“. Man habe deshalb vom Bundesrat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft nach Lösungen zu suchen, um einen langfristigen Herdenschutz sicherzustellen. (ug)