Vier Teams mit strombetriebenen Fahrzeugen wollen wie im Roman von Jules Verne in 80 Tagen um die Welt reisen, und das emissionsfrei. Damit auf die Möglichkeiten erneuerbarer Energie und nachhaltiger Mobilität hinweisen. Am Montag sind sie in Genf gestartet.
In 80 Tagen um die Welt: Zu diesem Abenteuer mit strombetriebenen Fahrzeugen sind am Montag am Uno-Sitz in Genf drei von vier Teams aus der Schweiz, Deutschland und Australien im „Zero Emission Race“ gestartet. Das vierte Team aus Südkorea musste die Batterien seines Autos noch fertig aufladen und stiess später unterwegs zu seinen Kollegen. Auf dem 30'000 Kilometer langen Weg durch 16 Länder und 150 Städte machen die Teilnehmer des Rennens unter anderem Halt in Berlin (25. August), Wien (28. August), Moskau, Shanghai, Vancouver, Los Angeles und Mexiko-City. Höhepunkt ist der Stopp Ende November am UNO-Klimagipfel in Cancún in Mexiko.
Lösungen gegen Klimawandel
„Wir möchten zeigen, dass es Lösungen gibt gegen den Klimawandel“, sagte Louis Palmer, der Organisator des Rennens, auf Anfrage. Zudem gehe das Erdöl zur Neige und sieben Milliarden Menschen seien auf erneuerbare Energie und saubere Mobilität angewiesen. Der Luzerner ist 2008 als erster Mensch mit einem solarenergiebetriebenen Auto rund um die Welt gefahren. Die Fahrzeuge des „Zero Emission Race“ sollen im Dezember vom amerikanischen Kontinent per Schiff nach Portugal gebracht werden. Im Januar wollen die vier Teams wieder zurück in Genf sein. Bis dahin sind es zwar mehr als 80 Tage. Der zurückgelegte Landweg soll aber - wie in Jules Vernes Roman aus dem Jahr 1873 - nicht länger als 80 Tagen dauern. Verwandte Themen| { Grün sind alle meine Autos, 23.07.10 } | | { Klimaschutz beim Tanken, 15.07.10 } | | { Alpauffahrt mit 60 E-Autos, 30.06.10 } | | { Elektroauto erobert die Alpen , 10.06.10 } | | { Migros fördert E-Mobilität, 11.05.10 } | | { Bayer: Solar Impulse-Partner, 01.04.10 } | | { Solarinseln kommen aufs Dach, 29.03.10 } | | { Das Kraftwerk kommt ins Auto, 26.02.10 } | | { Die Biotreibstoffe kehren zurück, 12.02.10 } | | { Ampeln für Stromautos auf Grün, 27.01.10 } | | { Alternativen zum Erdöl, 19.01.10 } | | { Klimaschutz kann nicht warten, 21.12.09 } | | { US-Photovoltaik boomt, 22.09.09 } | | { Die Aufholjagd beginnt, 07.09.09 } | | { Berlin fährt auf E-Mobil ab, 20.08.09 } |
Test für die Technologie
Das Rennen ist ein Wettbewerb und Test der neusten Elektrofahrzeug-Technologie. Die Geschwindigkeit ist nicht das Wichtigste. Es gibt Gewinnpunkte für acht verschiedene Kriterien, darunter die Zahl der Pannen und Reparaturen, die Energie-Effizienz, Alltagstauglichkeit und Sicherheit. Alle vier Teams haben ein elektrisches Fahrzeug, Auto oder Motorrad, speziell für dieses Rennen entwickelt. Das Schweizer Oerlikon Solar Racing Team von Pilot Tobias Wülser startete mit dem „Zerotracer“. Das stromlinienförmige Kabinen-Motorrad bringt es dem Team zufolge auf eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer pro Stunde. Eine Batterieladung reicht für 350 Kilometer. Das deutsche Team sind Sandra Lust und Sven Lehmann aus Berlin mit ihrem Elektroroller Vectrix, der es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 105 Kilometern bringt und mit einer Batterieladung 350 bis 400 Kilometer weit fahren kann. Die Fahrzeuge nutzen erneuerbare Energien, die ohne CO2-Ausstoss produziert werden. Aufgeladen werden die Batterien unterwegs aus Steckdosen. Unvermeidbare Treibhausgas-Emissionen, die das Rennen etwa beim Transport der Fahrzeuge auf Schiffen und bei den Flügen von Begleitpersonen verursacht, werden von den Teams kompensiert, indem sie die bezogene Energie in ihren Herkunftsländern mit erneuerbaren Energien – Wind, Sonne oder Geothermie – wieder einspeisen.
UNO für alternative Mobilität
Unterstützt wird das Rennen unter anderem vom UNO-Umweltprogramm UNEP und von UNO-Wirtschaftskommission für Europa UN-ECE. „Es ist zwar ein Rennen, aber ein originelles“, meinte UNEP-Sprecherin Diana Rizzolio. Die alternative Mobilität sei eine Möglichkeit, das Klima zum Thema zu machen. UN-ECE-Chef Jan Kubis zeigte sich überzeugt, dass die Elektro-Fahrzeuge den UNO-Mitgliedstaaten an der Konferenz in Cancún den Schwung geben könnten, um verstärkt auf nachhaltige Energiequellen umzustellen.
Bild: (www.zero-race.com).
|