Schöner wohnen anno 1928

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Geschrieben von: Redaktion 30.07.10
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Frankfurt a.M. - In der Frankfurter Römerstadt im Nordwesten wurde nach knapp dreijährigen Restaurierungsarbeiten ein nach dem Stadtplaner Ernst May benanntes Haus eröffnet. Das Reihenhaus von 1928 sollte so weit als möglich in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebaut werden. Darüber berichten die Tageszeitungen "Welt" und "Frankfurter Rundschau" (FR).  

Ernst May (1886-1970) gilt als einer der wichtigsten Reformarchitekten und Städteplaner der Weimarer Republik, schreibt die Welt. In Frankfurt entstanden zwischen 1925 und 1930 rund 15.000 Wohnungen, die erschwinglichen Wohnraum im Grünen bieten sollten, schreibt die Tageszeitung. Mays Werk sollte für die Nachwelt beispielhaft erhalten und präsentiert werden, berichtet die FR. In der Vergangenheit seien häufig Architekten, Studenten und Professoren durch die Siedlung geirrt und hätten meist nur verschlossene Türen und dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasste Häuser vorgefunden.

Als sozialer Wohnungsbau seien die Siedlungen ursprünglich konzipiert worden, denn in Frankfurt herrschte zu Mays Zeit, wie überall in Deutschland, Wohnungsnot. Neben Elektrizität hatten die kleinen Reihenhäuser auch Koks-Zentralheizung, schreibt die FR. Ausserdem hatten sie die "Frankfurter Küche", die als Prototyp der Einbauküche in Deutschland gilt, heisst es.

Das neue Muster-Siedlungshaus sei für 300.000 Euro von der Ernst-May-Gesellschaft mit Hilfe des Landesamtes für Denkmalschutz und der Stadt saniert worden. Es präsentiere sich der Öffentlichkeit nach der denkmalgerechten Sanierung weitgehend im Zustand von 1928 - mit zeitgenössischen Möbeln und einer extra nachgedruckten "Bauhaus-Tapete ".

Der Garten wurde von Auszubildenden des Grünflächenamtes wieder ganz in Mays Sinne hergerichtet, schreibt die FR. Ursprünglich sei er als Nutzgarten gedacht worden – voller Obst und Gemüse, um sich zur Not selbst versorgen zu können und mit einer kleinen Rasenfläche zum Wäschebleichen. (eg)

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