Vielfalt auf dem Teller

Drucken
E-Mail
Geschrieben von: Redaktion 30.07.10
Bookmark and Share
Stichworte:           

Basel - Biodiversität bedeutet nicht nur Artenvielfalt in der Natur, sondern auch genetische, kulturelle und kulinarische Vielfalt. Deshalb haben die Stiftung ProSpecieRara und Coop ihre über zehn Jahren andauernde Zusammenarbeit für die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Nutztiere, Gemüse- und Obstsorten zum UNO-Jahr der Biodiversität um weitere drei Jahre verlängert.

Wie Coop in einer Presseaussendung mitteilt, setzt sich seit 1982 die Stiftung ProSpecieRara für gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen mit dem Ziel ein, die biologische Vielfalt zu erhalten. 1999 habe Coop mit ProSpecieRara einen Partnerschaftsvertrag geschlossen mit dem Ziel, die kulturelle und kulinarische Vielfalt zu fördern und populär zu machen.

An der Expo.02 konnten die Besucherinnen und Besucher der Coop Restaurants erstmals Blaue Schweden-Kartoffeln und Coeur de Boeuf-Tomaten kosten, schreibt Coop. Diese kulinarischen Raritäten wären ohne den gemeinsamen Einsatz von ProSpecieRara und Coop inzwischen wohl endgültig von der kulturellen Landkarte der Schweiz – und von unseren Speisekarten – verschwunden, heisst es.

Seit 2002 habe Coop das Angebot an ProSpecieRara-Gemüse und -Früchten kontinuierlich ausgebaut. Rund 30 verschiedene Gemüsesorten seien übers Jahr erhältlich. So auch beispielsweise das Baselbieter Röteli. Es handelt sich nach Darstellung von Coop um eine kleine, rote, eiförmige Tomate mit ausgewogenem Aroma und sehr feiner Haut. Zu ProSpecieRara sei sie auf Umwegen gelangt: 1992 habe eine Dame aus dem glarnerischen Schwanden einige Früchte an ProSpecieRara gegeben. Sie nenne sie "Baselbieter Röteli", denn sie hätte sie von einer Frau aus Liestal/BL, welche sie ihrerseits von einer alten Dame erhalten habe, schreibt Coop.

Ein weiteres Beispiel sei die Aubergine "Rotonda bianca sfumata di rosa" – der Name bedeutet übersetzt: "Runde, weisse mit einem Hauch Rosa" und beschreibt präzise das Aussehen dieser Frucht, die nicht nur zart aussieht, sondern auch so schmeckt, schreibt Coop. Sie habe eine feine Haut, festes Fleisch und nur wenige Samen.

Die Peperoni seien bereits im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa gelangt. Später erst seien die heute bekannten, milden Gemüsepeperoni entstanden. Der spitz zulaufende Hornpeperoni stamme aus dem italienischen Raum und sei eine alte Züchtung. In der Form erinnere er an ein Rinderhorn und heisse auf Italienisch entsprechend Corno di bue.

ProSpecieRara hat in fast 30jähriger Arbeit 1.000 Garten- und Ackerpflanzen, 450 Beeren- und 1.800 Obstsorten sowie 26 Nutztierrassen erfasst und gerettet, berichtet Coop. Nach der wissenschaftlichen Erfassung würden die aufgefundenen Sorten von Privatpersonen in ihren Gärten angebaut und so für künftige Generationen erhalten. Dann erst würden sie auf einer Kleinstfläche ProSpecie-Rara-Saatgut ausgesät, um erste Erfahrungen zu sammeln. Überzeugt die rare Gemüsesorte kulinarisch und optisch, werde das Gemüse im Folgejahr auf mehreren Hektaren angebaut.

Bis ein ProSpecieRara-Gemüse in grösserem Stil bei Coop angeboten werden könne, stecke viel Arbeit drin. Doch es ist laut Coop wichtig, dass diese Sorten trotz allen Herausforderungen in die Läden kommen, denn dies sichert die Vielfalt am nachhaltigsten. Der kommerzielle Erfolg rette die raren Sorten am Wirksamsten vor dem Vergessen. (eg)

 

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

Stimmen zu nachhaltigkeit.org

Franz Beyeler
«Wenn alle nach MINERGIE bauen und er­neuern, hätten wir einen sehr we­sen­tlichen Teil unserer Ener­gie- und Um­welt­pro­ble­me im Griff. Nach­hal­tig­keit.org un­ter­stützt uns beim Er­rei­chen un­se­rer Ziele.»
Franz Beyeler,
Geschäftsführer MINERGIE

Abonnieren Sie noch heute Ihren persönlichen Newsletter.
Noch grössere Aktualität erhalten Sie mit unserem RSS-Feed.

Kalender

{Zum Kalender}

Gründungssponsoren