Karlsruhe – Studierende der Hochschule Karlsruhe haben ein Elektromobil konstruiert, das seine Energie aus elektrischen Leiterbahnen, die im Boden verlegt sind, bezieht. Die 14 Studenten der Mechatronik und Maschinenbau sowie des internationalen Masterstudiengangs Mechatronic and Micromechatronic Systems der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft konstruierten den "E-Quickie" so, dass sich an der Fahrzeugunterseite Abnehmer finden, die nach dem Prinzip der elektrischen Induktion die Energie aus diesen Leiterbahnen beziehen und an den elektrischen Nabenmotor des E-Mobils weiterleiten. Verwandte Themen| { Doppelsieg zum Auftakt , 23.07.10 } | | { Grün sind alle meine Autos, 23.07.10 } | | { Vollgas bei Elektromobilität, 21.04.10 } | | { E-Autos schaden, 03.02.10 } | | { Ampeln für Stromautos auf Grün, 27.01.10 } | | { Die Steckdose lernt fahren, 21.01.10 } | | { Autos unter Strom, 13.10.09 } | | { Generation E kommt, 12.09.09 } | | { Berlin fährt auf E-Mobil ab, 20.08.09 } | | { Autos sterben nicht, 13.08.09 } |
Wie die Hochschule Karlsruhe in einem Artikel schreibt, ähnelt das E-Quickie von aussen einem Liegefahrrad mit Fahrerkapsel oder einer Segelflugkabine auf Rädern. "Das Prinzip ist eigentlich nicht ganz neu", erklärt in dem Artikel Prof. Jürgen Walter aus der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule Karlsruhe und Leiter des Projekts, "in Industrieunternehmen konnten beispielsweise schon Flurförderfahrzeuge auf diese Art betrieben werden. Bisher waren diese jedoch ausserordentlich schwer und aufgrund der Sicherheitsanforderungen langsam. Die Studierenden möchten nun über ihre Projektarbeit zeigen, dass durch modernste Materialien und der Optimierung der eingesetzten Technik sich solche Elektro-Fahrzeuge schnell und energieeffizient bewegen können." Die Studierenden möchten laut dem Artikel damit nachweisen, dass sich das Prinzip der drahtlosen Energieübertragung auch sehr gut zum individuellen Transport von Personen im Nahverkehr eignet. Dazu seien die Einzelkomponenten des Fahrzeugs wie Lenkung, Bremsen und Fahrgestell aus Hightech-Materialen konstruiert wurden. Auch bei der Aussenhaut des Fahrzeugs spielten Gewicht und Aerodynamik eine grosse Rolle, die daher aus Carbon (Kohlefasern) gefertigt worden sei. Das Gesamtfahrzeug wiegt laut dem Artikel nun 60 kg und Prof. Walter ist sich sicher, dass durch weitere Optimierungsprozesse dieses Gewicht auf 40 kg reduziert werden kann. Für den eigentlichen Antrieb benötige das Fahrzeug keine Batterien. Sobald jedoch die elektrischen Leitungsbahnen verlassen würden, sei auch die Energieversorgung zum Motor unterbrochen. "Hier springen dann kleinere Akkumulatoren an Bord des E-Quickie als Energiepuffer ein", wird Prof. Jürgen Walter zitiert. Das neue E-Mobil verfüge jetzt schon über eine ausgezeichnete Ökobilanz: Der Nabenmotor hat laut Hochschule Karlsruhe nur eine Leistungsaufnahme von zwei KW und trotzdem erreiche das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 50 km/h. Die eingesetzten Akkumulatoren dienten nur als Puffer, seien also wesentlich kleiner dimensioniert als bei Elektromobilen, die ihre Energie ausschliesslich von diesen beziehen. Aber auch an weitere Anwendungsgebiete werde schon gedacht. So könnte die drahtlose Energieübertragung auch dazu eingesetzt werden, um Mobiltelefone ohne Ladekabel aufzuladen oder den Transport von Gütern unterirdisch zu organisieren, schreibt die Hochschule Karlsruhe. (eg)
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