Appenzell/Bern - Das Vorkommen vom Gämsen im Alpstein in den Appenzeller Alpen ist möglicherweise durch den Klimawandel bedroht. Ingesamt ist die Gämsepopulation in der Schweiz laut einem Bericht in Klimainfo.ch allerdings stabil. Das Problem im Alpstein sei deshalb ein regionales Phänomen. Aber auch in andern Regionen der Schweiz würden lokale Bestandeszusammenbrüche beobachtet. "Es gibt mehrere Gründe für die Reduktion von Gämspopulationen," wird Martin Baumann vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Klimainfo.ch zitiert. So könnten Krankheiten, Störungen und Konkurrenz, etwa durch Schafe, zu einem Rückgang führen, aber auch Dezimierung durch Beutmacher wie Luchs und Wolf. Im Simmental des Kantons Bern wurden ebenfalls starke Rückgaänge der Gämsenpopulation beobachtet. Dort wurden laut Klimainfo.ch über 400 tote Gämsen gefunden. "Im bewaldeten Jura und in den westlichen Voralpen des Berner Oberlands und der Waadt wurden die Gämspopulationen auch stark vom Luchs unter Druck gesetzt. An andern Orten im Berner Oberland wurde nachgewiesen, dass der Gleitschirmbetrieb zur Abnahme der Kondition lokaler Gämspopulationen führte," erläutert BAFU-Experte Baumann weitere Probleme. "Auch wenn wir im Alpstein noch nicht so genau wissen, was zur Abnahme der Gämspopulation führte, bin ich froh darüber, dass das Problem von den Kantonen ernst genommen wird," sagt Baumann laut Klimainfo.ch. Das Problem der zunehmenden Störung durch Freizeitbetrieb sieht er dmnach als sehr ernste Entwicklung an. Insbesondere seien Störungen im Winter fatal, wenn die Tiere durch den zusätzlichen Verbrauch ihrer Fettreserven geschwächt würden. Der Alpstein sei touristisch stark belastet. Kleine Ruheinseln für Wildtiere wären deshalb ideal, so Baumann. Den Gämsen macht gemäss Klimainfo.ch möglicherweise auch eine neue Krankheit zu schaffen: Unter anderem seien im Kanton St. Gallen, am Tössstock, aber auch im Berner Oberland zwischen 2005 und 2009 tote Gämsen gefunden. Die Symptome: Blutarmut, gelbliche Haut, geschwollene Milz. Analysen am Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern und am Institut für Parasitologie der Universität Zürich ergaben eine Infektion mit "Babesia capreoli". Das sind durch Zecken übertragene Blutparasiten. (ug)
|