Wiese voller Daten

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Geschrieben von: Redaktion 23.07.10
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Zürich - Natürliche und landwirtschaftliche Ökosysteme können zu einer Verstärkung des Klimawandels beitragen. Denn je wärmer es wird, desto mehr CO2 stossen sie aus und verstärken so den Treibhauseffekt. Doch jetzt zeigt eine Studie, dass der CO2 Ausstoss von Wäldern und Wiesen auf der ganzen Erde eher verhalten auf steigende Temperaturen reagiert. Das berichtet die Bundesverwaltung.

Eine neue Studie, die kürzlich im renommierten Fachmagazin Science publiziert wurde, untersucht das Verhalten von verschiedenen Ökosystemen weltweit bei Temperaturänderungen, schreibt die Bundesverwaltung. Mitgearbeitet hätten auch Forschende der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART).

Natürliche und landwirtschaftlich genutzte Ökosysteme bildeten einen erheblichen Speicher von Kohlenstoff, der mit dem Treibhausgas CO2 in der Atmosphäre im stetigen Austausch stehe. Je nach Änderung der Umgebungsbedingungen könne die Vegetation längerfristig mehr CO2 speichern oder verlieren und so entweder die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung verlangsamen oder beschleunigen.

Bislang habe es grosse Unsicherheiten über das Verhalten der Ökosysteme bei einer Temperaturerhöhung gegeben. Entsprechend hätten einige besonders pessimistische Modell-Szenarien eine starke Beschleunigung des Klimawandels durch den CO2-Verlust der Ökosysteme bei erhöhten Temperaturen vorausgesagt. Diese Szenarien werden laut dem Artikel durch die neue Studie teilweise entkräftet.

Die Forschenden untersuchten den CO2-Ausstoss in 60 verschiedenen Ökosystemen weltweit und fanden, dass alle relativ einheitlich auf Schwankungen der Temperatur reagieren, heisst es. Dieser Befund sei überraschend gewesen, da zum Beispiel Savannen und tropische Regenwälder, aber auch Nadelwälder und Agrarökosysteme untersucht worden seien. Insgesamt sei die Erhöhung des CO2 Ausstosses bei steigender Temperatur meist weniger gross als bisher angenommen.

"Das Problem der Klimaerwärmung durch den Menschen bleibt weiterhin bestehen", wird Klimaexperte Christof Ammann von ART zitiert, "allerdings muss das Verhalten der Ökosysteme in den Berechnungsmodellen angepasst werden." So könnten sie verlässlichere Angaben über das zu erwartende Klima machen.

Daten für die Studie lieferte laut Bundesverwaltung auch eine Wiese im solothurnischen Oensingen, wo ART seit rund zehn Jahren Klimaforschung betreibt. Es sei einer der wenigen Standorte, bei dem über fast ein Jahrzehnt die Treibhausgasbilanz von intensiv genutztem Grasland untersucht werden. Entsprechend wurden die Messdaten von Oensingen bereits in über einem Dutzend internationaler Publikationen verwendet und konnten einen erheblichen Beitrag zum besseren Verständnis der biologischen CO2-Speicherung und -Emission leisten, heisst es. (eg)

M. D. Mahecha, M. Reichstein, N. Carvalhais, G. Lasslop, H. Lange, S. I. Seneviratne, R. Vargas, C. Ammann, M. A. Arain, A. Cescatti, I. A. Janssens, M. Migliavacca, L. Montagnani, A. D. Richardson: "Global Convergence in the Temperature Sensitivity of Respiration at Ecosystem Level", Science Express online, 5. Juli 2010

 

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