Umweltschützer als Blockierer

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Geschrieben von: Redaktion 12.07.10
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Hamburg - Während der Ausbau erneuerbarer Energien gefordert wird, werden immer mehr entsprechende Projekte durch ökologische Einwände blockiert. Wie Spiegel online berichtet, fordert der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen die Umweltverbände nun auf, eigene Pläne vorzuschlagen.

Als 2007 die Neue Energie Berlin GmbH im Gewerbegebiet Pankow-Nord die erste Windkraftanlage der Hauptstadt plante, schien das ein prestigeträchtiges Umweltprojekt zu werden, schreibt Spiegel online. Bundesweite Aufmerksamkeit habe es aber bekommen, weil der Plan vor Gericht landete: Der Naturschutzbund Nabu hatte gegen die Pläne geklagt, weil das geplante 180 Meter hohe Windrad die zwei einzigen Rotmilan-Paare der Stadt gefährdete, heisst es. Der Windrad-Bau habe trotzdem grünes Licht erhalten, weil das Gericht keine grosse Gefährdung habe erkennen können: Die Nester der Vögel befanden sich laut Spiegel online satte drei Kilometer vom geplanten Bauplatz entfernt.

Immer öfter geraten laut Spiegel online selbst Umweltschützer in einen Interessenkonflikt beim Abwägen verschiedener Schutzinteressen. Gerade Windparks seien nicht nur mancher Anwohnerinitiative ein Dorn im Auge, sondern eben auch Tierschützern. Gebaut würden die Rotoren mit Vorliebe im offenen Gelände, der Konflikt mit der Tierwelt sei damit programmiert. Würde man versuchen, alle Windräder in kilometerweitem Abstand von gefährdeten Tieren zu halten, würde wahrscheinlich kein einziges mehr gebaut.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) warnt nun laut Spiegel online davor, dass ausgerechnet Naturschutzinteressen den Ausbau erneuerbarer Energien gefährden könnten. Er habe deshalb die deutschen Umweltverbände aufgefordert, eigene Pläne vorzulegen, wie insbesondere Windkraft und Biomassenutzung intensiviert werden könnten, ohne dass milliardenschwere Investitionen durch ökologische Einwände blockiert würden.

In der Nordsee seien solche Konflikte schon eine Bremse für die Expansion von Windparks. Um Wale und Seevögel zu schützen, wehrten sich auch Naturschutzexperten der Bundesregierung gegen den forcierten Windkraftausbau.

Die 95 Offshore-Parks, die in der deutschen Ausschliesslichen Wirtschaftszone (AWZ) geplant seien, engten den Lebensraum der geschützten Stern- und Prachttaucher ein. Die Vögel reagierten auf Windräder mit "grossen Meideabständen", argumentiere das Bundesamt für Naturschutz. Zudem bestehe die Gefahr, dass Baulärm die ebenfalls geschützten Schweinswale schädige.

In Zukunft werde deshalb "nicht mehr jeder Park an jeder Stelle in der AWZ genehmigt werden können", heisst es laut Spiegel online in der Behörde. Schon jetzt seien 4.400 Quadratkilometer Meeresfläche mit Offshore-Anlagen verplant. (eg)

 

 

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