Solothurn/Bonn - Der deutsche Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat fristgerecht gegen den geplanten Bau eines neuen Atomkraftwerks (AKW) in der Schweiz Einspruch erhoben. Damit unterstützt der BBU den Widerstand der Schweizerischen Allianz Nein zu neuen AKW gegen die Pläne, im Kanton Solothurn neben dem alten Atomkraftwerk Gösgen ein neues AKW zu errichten.
Der BBU setzt sich laut eigener Darstellung in einer Medienmitteilung für einen weltweiten Sofortausstieg aus der Atomenergie ein. In diesem Sinne habe er Einspruch gegen die Pläne zum möglichen Bau eines AKW Gösgen II erhoben. Der BBU ersucht die Kantonsregierung das Vorhaben zurückzuweisen. Gleichzeitig soll sich der Kanton Solothurn gemäss Forderung des Umweltverbands mit Sitz in Bonn verstärkt für den Einsatz regenerativer Energiequellen engagieren.
In seinem Einspruch, der insgesamt neun Punkte umfasst, warnt der BBU gemäss der Medienmitteilung, dass radioaktive Stoffe von Gösgen über den Luftweg bis hin zum Wohnsitz von BBU-Mitgliedern in der Bundesrepublik gelangen könnten - in die Atemluft und in die Nahrung. Das neue AKW Gösgen II würde der Argumentation der Umweltschützer zufolge zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen würde zunehmen.
Weiterhin betont der BBU, dass Atomenergie kein Beitrag zur Bekämpfung der Klimakatastrophe ist und dass eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Gösgen nicht ausgeschlossen werden könne. Zzudem werde es nie ein Endlager geben, in dem der Atommüll, der im Reaktor Gösgen II anfallen würde, sicher gelagert werden könne. Dabei verweist der BBU auf die schlechten Erfahrungen der Endlagerprojekte Asse und Gorleben in der Bundesrepublik. (ug)