Es könnte immer noch passieren, dass der Ball in Südafrika im Dunkeln liegen bleibt. Denn das Land leidet immer wieder unter „Blackouts“, den flächendeckenden Stromausfällen. Dortige Experten versuchen jedoch, Zweifel auszuräumen: Für die Fussballweltmeisterschaft soll bis zum Ende sicher gestellt sein, dass ausreichend Elektrizität zur Verfügung steht. Die Erklärung des südafrikanischen Vizepräsidenten vor dem Parlament war mit Spannung erwartet worden. "Ich garantiere, dass es während der Fussball-WM keine Stromausfälle im Land geben wird", trat Kgalema Motlanthe Befürchtungen entgegen, die seit Monaten im ganzen Land die Runde machen. "Wir haben die Kohlevorräte aufgestockt, und alle Fussballstadien sind mit eigenen Stromgeneratoren versehen worden." Die Regierung hat ausserdem mit grossen Firmen etwa im Minensektor vereinbart, dass zur Not Kurzarbeit angesetzt wird. Mit aller Macht soll verhindert werden, dass sich die Energiekrise von vor zwei Jahren wiederholt, während die Augen der Welt auf Südafrika gerichtet sind. Und bis dato hat es auch funktioniert. Nur weite Teile von Soweto waren im Juni einmal durch einen Stromausfall ins Dunkel getaucht worden. Nach Rundfunkangaben hatten Kabeldiebe einen Transformator lahmgelegt. Das WM-Stadion Soccer City liegt am Rande von Soweto, war jedoch durch die eigene Stromversorgung nicht betroffen. Erinnerung an den Blackout-Winter 2008 Im Juni/Juli 2008 - Winter in Südafrika - erlebte die Kapnation die schwersten Stromausfälle ihrer jüngeren Geschichte. Komplizierte Herzoperationen mussten unterbrochen werden, Weinbauern fürchteten um ihre Ernte. Touristen hingen stundenlang auf der Seilbahn zum Tafelberg in der Luft, bis ein Bergungsteam die Urlauber kurz vor Mitternacht rettete. Anders als im übrigen Afrika, wo Stromausfälle zum täglichen Leben gehören, hatte in der Industrienation Südafrika niemand mit einer solchen Krise gerechnet, die wochenlang anhielt. "Die Politiker wollten es nicht hören", ärgert sich der Elektroingenieur Trevor Gaunt, Professor an der Universität Kapstadt. Schon im Jahr 2000 hatten er und andere Spezialisten vor der drohenden Stromversorgungskrise gewarnt. "Wenn die Regierung uns zugehört hätte, hätten wir uns diese Peinlichkeit ersparen können." Bis 2013 neue Kraftwerke eröffnet werden, so schätzt der staatliche Energieversorger Eskom, werden Stromausfälle - die „Blackouts“ - die Regel bleiben. Schwarzenförderung wenig effizient Als ob das noch nicht Grund zu genug Sorge wäre, leistete sich Eskom in den vergangenen Monaten einen schmutzigen Führungsstreit, bei dem der Vorstandsvorsitzende Bobby Godsell schliesslich zurücktrat. Ihm war vorgeworfen worden, Eskom-Direktor Jacob Maroga - im Gegensatz zu Godsell ein schwarzer Südafrikaner - aufgrund seiner Hautfarbe entlassen zu wollen. Es folgte eine politische Schlammschlacht, in der radikale Vertreter des regierenden 'Afrikanischen Nationalkongresses' (ANC) Godsell öffentlich beschimpften. "Eine absolute Katastrophe", urteilt der Johannesburger Politikprofessor Adam Habib. "Ein solcher Führungsstreit mitten in einer Energiekrise ist unverantwortlich." Im Mittelpunkt des Streits steht nicht zuletzt die umstrittene 'Black Empowerment'-Strategie, mit der mehr Schwarze in Führungspositionen gehoben werden sollen. Die einen kritisieren, dass sie nicht genug Erfolge bringt, andere, dass sie Vetternwirtschaft hervorbringt. "Schwarze müssen gefördert werden", sagt etwa der Ex-ANC-Abgeordnete Andrew Feinstein. "Aber so wie dies derzeit angewandt wird, ist die Empowerment-Strategie kontraproduktiv." Bild: Stadtsparkasse Düsseldorf, Kulturforum
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