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Preis für Biowein-Verband

Geschrieben von: Anika Kost, ECOVIN 23.06.10
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„Diese überraschende und herausragende Auszeichnung ehrt uns sehr“ bedankte sich Lotte Pfeffer, Vorsitzende des Bundesverbandes Ökologischer Weinbau e.V.  ECOVIN, bei Bernward Geier. Der ECOVIN-Weggefährte und ehemalige Direktor für internationale Beziehungen bei der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) verlieh ECOVIN auf dessen Jubiläumsfeier am 18. Juni 2010 im Landesmuseum Mainz den Recognition Award. „Im Auftrag von Katherine Di Matteo, Präsidentin der IFOAM, danke ich ECOVIN für seine Verdienste in der weltweiten Bioweinbewegung“.

Zu den Gratulanten zählten ausserdem Wolfgang Reimer, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Klaus Rückrich vom Deutschen Weinbauverband, Dr. Uli Zerger von der Stiftung Ökologie und Landbau sowie Dr. Erwin Manz vom BUND. Einen Höhepunkt des Abends bildete die Bekanntgabe der diesjährigen EcoWinner – der Sieger des verbandsinternen Weinwettbewerbs. Zum 25. Geburtstag des Verbandes wurden die bestplatzierten Weingüter erstmals in besonders stilvollem Rahmen geehrt: Die Deutsche Weinkönigin Sonja Christ und Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut überreichten den 20 Siegern vor 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Weinbau die begehrten Urkunden. Begeisterten Beifall erntete auch das Theaterensemble „Weinkörper“ aus Berlin, das Biowein aus einer völlig neuen Sicht pointiert und unterhaltsam betrachtete: aus der Wahrnehmung der Rebe und des abgefüllten Produktes selbst. Mit freundlicher Unterstützung von Gerolsteiner, dem Deutschen Korkverband und dem Landesmuseum Mainz zeigten die Gäste nach Ende des offiziellen Teils bis spät in die Nacht, dass zur ökologischen Weinkultur auch Feiern gehört – ein lockeres Beisammensein mit Verkostung aller EcoWinner, Flying-Dinner vom Bio-Caterer Safran und Musik vom Gitarrenduo Lieser & Völpel aus Trier.

„Mit 0,2% der Rebfläche hat der ökologische Weinbau vor 25 Jahren angefangen, heute werden 5% der Weinbergsfläche biologisch bewirtschaftet; wahrgenommen in Weinwirtschaft und Gesellschaft sind es gefühlte 25-50-100%. Ganz sicher ist, dass der ökologische Weinbau über seine Grenzen herausstrahlt!“ Lotte Pfeffer vom Weingut Brüder Dr. Becker erinnert sich als Gründungsmitglied noch gut an die Anfänge: „Vor einem Vierteljahrhundert ging ein jahrelanger Prozess des Austausches, der Auseinandersetzung, der gemeinsamen Entwicklung und des Aufbaus zu Ende. Verbindliche Richtlinien mit einer Präambel haben dem nachhaltigen Weinbau ein Gesicht gegeben.

Heute stehen wir an der Spitze des deutschen Weinbaus und sind seit 25 Jahren mit der Aufgabe verbunden, die Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu erhalten: Schutz des Bodens und des Grundwassers, Aufbau und Rekultivierung des Bodenlebens und der Bodenfruchtbarkeit. Der ökologische Weinbau liefert gute Gründe, ihm zu vertrauen. Wir fühlen uns der ökologischen Weinkultur verpflichtet und in ihr geborgen: Regionalität, Engagement für den Erhalt der Kulturlandschaft, Pflege und Pflanzen von natürlichen Rückzugsgebieten sowie Engagement in Naturschutzverbänden sind für uns eine Selbstverständlichkeit.
Im Verbund mit allen ökologischen Verbänden, dem Deutschen Weinbauverband und den Ministerien haben wir es dank unserem Fürsprecher Thomas Dosch geschafft, eine für nördlich gelegene Weinbaugebiete nachteilige EU-Bioweinverordnung abzuwenden. Zukünftig möchten wir weiter die Netze stärken, noch intensiver mit unseren Verbündeten bzw. Verbänden zusammenarbeiten und die Beratung und Forschung ausbauen.“

Wolfgang Reimer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEV) betonte die Verbundenheit von Ministerin Aigner zu ECOVIN. „Sie können versichert sein, dass das BMLEV den Ökoweinbau mit grossem Engagement vertritt. Wir freuen uns sehr, dass Sie immer wieder deutlich machen, dass Kultur tief im Wein verwurzelt ist.“

Dr. Klaus Rückrich vom Deutschen Weinbauverband dankte ECOVIN für die Pionierarbeit und hob hervor, dass aus dem ökologischen Weinbau viele Impulse für den konventionellen Weinbau hervorgehen.
Dr. Uli Zerger von der Stiftung Ökologie & Landbau motivierte: „Bewahren Sie die Kraft, entwickeln Sie die Vielfalt, von der der Weinbau lebt, weiter und bringen Sie noch mehr Menschen zusammen für alle anstehenden Themen wie Bodenökologie oder klimatische Bedingungen. Lassen Sie uns die nächsten 25 Jahre gemeinsam angehen“.
Dr. Erwin Manz vom BUND betonte die Vorbildfunktion von ECOVIN: Ausbringung von Humus zur CO2-Bindung, grundwasserschonende Bewirtschaftungsweise, Erhaltung der Artenvielfalt bzw. Sensibilität für die Natur. „Wir sind überzeugt, dass Sie das Richtige tun!“  

Das humorvoll-spritzige Theater-Cuvée „Weinkörper“ um Heiko Michels und Fabian Larsson verstand es auf witzige, zugleich nachdenkliche Weise, Weine mit (Körper-)Sprache im wahrsten Sinne zu verkörpern. Schauspielerin Ina Reich stellte als Riesling nach, was im Inneren einer Rebe in der Umstellungsphase auf biologischen Weinbau vor sich gehen kann. Martin Heesch entrückte den Werdegang der pilzwiderstandsfähigen Rebsorte Regent in politische Strömungen, Caroline du Bled performte bei ECOVIN nicht nur einen einzigen Wein, sondern versuchte, das ganze Ökosystem Weinberg zu übersetzen. Eine mit tosendem Applaus aufgenommene vermenschlichte Sichtweise auf die Geschichte des Bioweins.

 

Weitere Informationen:

ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V.

Ralph Dejas, Geschäftsführer
Anika Kost, Medienbeauftragte
Telefon: +49 (0) 61 33 16 40
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.

Bild: ECOVIN Vorstand (v.l.n.r. Martin Knab, Timo Dienhart, Christine Bernhard, Lotte Pfeffer, Ralph Dejas) feiert mit Theaterensemble Weinkörper (Mitte) (ECOVIN).

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