Zürich - Im Schokoladenland Schweiz sei kaum bekannt, dass in vielen Sorten Kinderarbeit steckt. Darauf hat die Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern (EvB) erneut aufmerksam gemacht. Drei Fünftel des weltweit gehandelten Kakaos komme aus Westafrika. Kinderarbeit und Kindersklaverei seien auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste und Ghana gängig und würden von den Schokoladeherstellern seit Jahren bewusst in Kauf genommen. Auch Schweizer Schoggifirmen gehören nach Angaben der EvB zu diesen Duldern der Verletzung der Ächtung von Kinderarbeit. Die EvB habe im Rahmen der Schoggikampagne im Jahr 2009 die 18 grossen Schweizer Schoggifirmen gefragt, wie ihre Preis- und Beschaffungspolitik für Kakao strukturiert ist und was sie gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen unternehmen. Im Mai 2010 sei die Befragung wiederholt worden. Zehn von 18 Unternehmen hätten den neuen Fragebogen beantwortet und weitere vier zu der Problematik Stellung genommen. Einige Firmen bemühen sich der EvB zufolge um soziale Verbesserungen und eine gerechtere Preisgestaltung. Andere Firmen verhielten sich seit jeher ignorant. Laut einnem Bericht von Cash online sind es Pfister, Villars, Gysi und doe gemäss EvB „notorischen Geheimniskrämer“ von Nestlé. Undurchsichtige Beschaffungsketten für Kakao bleiben für die EvB das grösste Hindernis, um die üblen Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen zu bekämpfen. Sie fordert deswegen, transparente Lieferketten von der Kakaobohne zur Schokolade, faire Kakaopreise, mit denen die Bauern erwachsene Beschäftigte bezahlen können, und nachhaltige Partnerschaften zur finanziellen Absicherung der Bauernfamilien. Cash online erinnert ergänzend daran, dass fast alle Schweizer Schokolade-Produzenten unterstützen mittlerweile Nachhaltigkeitsprojekte in den Ländern der Kakaoproduzenten unterstützen. Für die Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern (EvB) sei dies in erster Linie Imagepflege ohne Tiefenwirkung. (ug)
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