Der Blauflossen-Thunfisch aus dem Mittelmeer ist so begehrt, dass seine Zahl immer mehr schrumpft. Die EU hat deshalb in diesem Jahr die Fangzeit auf 30 Tage verkürzt. Greenpeace attackiert die Fischer dennoch.
Frank Hewetson ist einer von ihnen. Der 45jährige Londoner hat an der Protestaktion von Greenpeace gegen Thunfischfänger im Mittelmeer teilgenommen. Das Ziel der Aktivisten, die mit dem „Rainbow Warrior“ und der „Arctic Sunrise“ in den Gewässern südlich von Malta unterwegs waren, war die Befreiung von Thunfischen. Verwandte Themen| { Die Wildnis braucht ihren Raum, 02.06.10 } | | { EU will Thunfischräuber stoppen , 17.05.10 } | | { Ein Oscar für die Delphine, 08.03.10 } | | { Alarm für Griechenlands Tierwelt, 01.03.10 } | | { Biodiversität braucht einen Preis, 15.02.10 } | | { Biodiversität schützen , 13.02.10 } | | { Ein Oscar für die Delphine, 05.02.10 } | | { Biodiversität stärken, 27.01.10 } | | { Fischer werden weiter beraten, 20.11.09 } | | { Die Meere kochen, 21.08.09 } | | { Meeresschutz auf brasilianisch, 20.08.09 } | | { fair-fish misstraut EU-Reform, 18.08.09 } | | { Delphinarien abschaffen, 03.07.09 } | | { Meeresboden schützen, 26.06.09 } |
Laut Hewetson setzten die Greenpeace-Aktivisten Schlauchboote aus, um die Thunfische ohne Schaden für die Netze der Fischer zu befreien. Die Fischer freilich sollen mit Stangen und Harpunen auf die Aktivisten eingeschlagen haben. Eine dieser Harpunen verletzte Hewetson am linken Bein, so dass er operiert werden musste. Zwei Schlauchboote sanken.
Sachschäden und Verletzungen
Die Auseinandersetzungen zwischen den Thunfischfängern und Greenpeace sind heftig. Laut dem Franzosen Jean-Marie Avallone, Besitzer von zwei Fangschiffen, soll ein Fischer verletzt worden sein, als die „Arctic Sunrise“ seinen Trawler gerammt hat. Greenpeace weist den Vorwurf zurück. Ihr Schiff habe nur Thunfische befreien wollen, habe sich aber zurückgezogen, als die zwei Fangschiffe kamen. „Es gab keinen Kontakt zwischen unseren Aktivisten und den Mannschaften der Fangschiffe. Daher gab es auch keine Verletzten“, sagte Isabelle Philippe, Greenpeace-Sprecherin in Frankreich. Die Föderation der Fischer Maltas informierte zudem über Zusammenstösse zwischen Greenpeace und spanischen Fischern. „Der Angriff von Greenpeace führte zu Sachschäden und verletzte Fischer“, teilte die Föderation mit. Die Aktivisten hätten versucht, Netze zu zerreissen, mit denen bereits Fische gefangen worden seien. „Die Fischer haben nichts getan, um Greenpeace zu provozieren.“
Illegaler Fang schadet auch Fischern
Greenpeace ist nicht die einzige Organisation, die auf das Problem des Thunfischfangs im Mittelmeer aufmerksam machen will. Auch die Umweltschutzorganisation Sea Sheperd erklärte, sie wolle eine Kampagne gegen den Fang der bedrohten Fische starten. Die Fischer fischten mehr, als ihnen gestattet sei. Die Fischer freilich weisen den Vorwurf eines weitverbreiteten illegalen Fangs zurück. Die Vorwürfe von Sea Sheperd seien nicht mit Fakten belegt, so die Föderation der maltesischen Fischer. Allerdings gebe es illegale Fänge. Diese schadeten aber auch den legal arbeitenden Fischern. Die EU hat die Fangzeit für den Blauflossen-Thunfisch im Mittelmeer in diesem Jahr auf 30 Tage beschränkt. Zudem werden die Trawler von internationalen Beobachtern begleitet, welche die Einhaltung der Fangquoten überwachen. Die Fangzeit endet am 14. Juni. Frank Hewetson, Vater zweier Kinder, wird bis dahin wohl noch nicht in die Gewässer vor Malta zurückgekehrt sein. „Aber ich werde zurückkommen. Spätestens im nächsten Jahr.“
Bild: Greenpeace versucht Fischerboote im Mittelmeer bei Thunfischfang zu behindern (Greenpeace).
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