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Kein Patent auf Leben

Geschrieben von: Tina Goethe, Swissaid 28.04.10
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Bern / Zürich - Der US-Konzern Monsanto will Schinken, Schnitzel und Salami patentieren lassen. Ein eklatanter Missbrauch des Patentrechts, findet die globale Koalition „No Patents on Seeds“ (Kein Patent auf Leben), der in der Schweiz SWISSAID und die Erklärung von Bern (EvB) angehören.

Aktuelle Recherchen von „Kein Patent auf Leben“ zeigen: Die Zahl internationaler Patentanmeldungen auf die Zucht konventioneller Pflanzen hat sich zwischen 2007 und 2009 verdoppelt. Die meisten stammen vom marktbeherrschenden Trio Monsanto, Syngenta und Dupont. Diese Agrochemie-Multis versuchen systematisch, ihre Patentmonopole über die gesamte Kette der Nahrungsmittelerzeugung auszuweiten. Die Ansprüche reichen von Futtermitteln, mit denen Tiere gemästet werden, bis zum Fleisch, das von diesen Tieren gewonnen wird.

In der aktuellen Anmeldung WO2009097403 erklärt Monsanto nun das Fleisch von Schweinen, die mit ihren gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, zur patentierten Erfindung. Im März 2010 reichte Monsanto bereits eine Patentanmeldung auf Fische aus Aqua-Kulturen ein: Das Unternehmen reklamiert vom Thunfisch bis zur Sardelle alle Fischprodukte für sich. Einige ähnlich weitreichende Patente wurden sogar bereits erteilt. So erhielt Monsanto 2009 ein Europäisches Patent auf Gensequenzen und Gentechpflanzen, das sich über die gesamte Kette der Nahrungsmittelerzeugung erstreckt und vom Saatgut bis zu Lebensmitteln wie Mehl und Öl reicht.

„Monsanto, Syngenta & Co wollen die totale Kontrolle über die Lebensmittelherstellung erlangen. Konsumenten, Landwirte, Züchter und Lebensmittelproduzenten sind von dieser Entwicklung gleichermassen bedroht“, sagt EvB-Landwirtschaftsexperte François Meienberg. Und Tina Goethe von SWISSAID doppelt nach: „Dieses Vorgehen ist ein eklatanter Missbrauch des Patentrechts. Hier versuchen ein paar Grossunternehmen ihre Gewinne zu mehren, während eine Milliarde Menschen hungern müssen“.

Wie Erfahrungen in den USA zeigen, führen Patente auf Saatgut zu mehr Marktkonzentration, höheren Saatgut-Preisen bei reduzierter Auswahl und wachsenden Abhängigkeiten für Landwirte. Die Züchter verlieren den freien Zugang zu Saatgut, was negative Auswirkungen auf den Fortschritt in der Züchtung hat. Inzwischen wird in mehreren US-Staaten von Staatsanwälten geprüft, ob Monsanto gegen das Kartellrecht verstösst, den Wettbewerb ausschaltet und die Preise für Saatgut manipuliert.

 

Weitere Informationen:
François Meienberg, Erklärung von Bern
Tel.: 079 796 7612
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.
Tina Goethe, SWISSAID
Tel.:076 516 5957
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Bild: Swissaid

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