Gewinn durch Partnerschaft

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Geschrieben von: Annegret Mathari, Genf 09.04.10
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Der dänische Diabetes-Spezialist Novo Nordisk hat seinen CO2-Ausstoss in Rekordzeit massiv gesenkt. Dank Partnerschaften arbeitet das Unternehmen heute in Dänemark ausschliesslich mit Windenergie - und mit Gewinn.

Eine Reduktion des Ausstosses von Kohlendioxid kann sich für ein Unternehmen auch finanziell lohnen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere CO2-Emission innerhalb von zehn Jahren um 70 Prozent zu senken und haben dieses Ziel schon nach fünf Jahren erreicht", sagte Lise Kingo vom dänischen Diabetes-Spezialisten Novo Nordisk am Donnerstag in Genf. Das Unternehmen habe dafür von 2006 bis 2009 insgesamt 20 Millionen Franken investiert und 24 Millionen Franken eingenommen, letzteres vor allem durch das Sparen von Energie.

7000 klimabewusste Firmen

Novo Nordisk stellte das Projekt in Genf anlässlich einer zweitägigen Firmenkonferenz zu Klimafragen vor. Rund 100 Firmen nahmen an dem Treffen im Rahmen des Klimaprogramms des Globalen Pakts der UNO teil. Der „Global Compact" -1999 am World Economic Forum (WEF) in Davos vom früheren Uno-Generalsekretär Kofi Annan angekündigt - besteht seit 2000 und umfasst 7000 Firmen, die sich zu sozial- und umweltverträglichem Verhalten verpflichtet haben, darunter sind auch Schweizer Unternehmen wie ABB, Coop, Lindt Sprüngli, UBS, Crédit Suisse, Geberit oder Holcim. Der Pakt feiert sein zehnjähriges Bestehen anlässlich seines Gipfels am 24. Juni in New York.

Am Klimaprogramm des Pakts beteiligen sich bisher weltweit 400 Unternehmen. „Wir sollten mit Blick auf die Klimakonferenz in Mexiko Ende Jahr eine „Can-Do-Haltung einnehmen", sagte Kingo. Energiespar-Projekte seien möglich und alle Unternehmen könnten CO2 reduzieren.

Georg Kell, Direktor des Globalen Pakts, erinnerte daran, dass sich der Energiebedarf in den kommenden 20 Jahren weltweit verdoppeln werde und gleichzeitig der Ausstoss von Treibhausgasen um 50 Prozent verringert werden müsse, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Er rief dazu auf, dass weitere Firmen sich dafür engagieren, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren.

Partnerschaft für erneuerbare Energie

„Partnerschaft war unser Trick für den Gewinn", erläuterte Kingo. Novo Nordisk erörterte seit 2003 mit der Umweltorganisation WWF, wie das Unternehmen seinen Ausstoss an CO2 verringern könnte. 85 Prozent der CO2-Emissionen des Konzerns stammten von der energie-intensiven Insulinproduktion, die ausschliesslich in Dänemark vorgenommen wird. Novo Nordisk hat 29.000 Angestellte in 76 Ländern, darunter in der Schweiz. Zu Beginn wurden Reduktionen von CO2-Emissionen vor allem bei der Ventilation und bei der Kühlung vorgenommen. Novo Nordisk setzte sich dann zum Ziel, innerhalb von zehn Jahren bis 2014 vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen und zog auch in Betracht, eine eigene Windfarm zu bauen, was sich jedoch als zu teuer erwies. Schliesslich fand Novo Nordisk einen Partner in Dong Energy, einem Weltführer beim Bau von Offshore-Windturbinen. Dong seinerseits suchte Investoren, um die Windenergie in Nordeuropa auszubauen. Ein Abkommen über eine zehnjährige Zusammenarbeit besiegelte schliesslich im Mai 2007 die Partnerschaft. Der Bau einer neuen Windfarm vor der Küste Dänemarks startete im Mai 2008, im September 2009 wurde sie eingeweiht. Heute setzt Novo Nordisk in Dänemark ausschliesslich Windenergie ein. Und inzwischen haben weitere 25 Unternehmen in Dänemark eine entsprechende Partnerschaft mit Dong Energy vereinbart.

 

Bild: Novo Nordisk

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